- Montag, 25. Juni 2007 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Grenzgänge#9: Demografie und Demenz
Wege aus der Hysterie einer alternden Gesellschaft
Es ist nicht zu verleugnen: Die Bevölkerung hierzulande sieht zunehmend alt aus. Im Jahre 2050 wird der Altersdurchschnitt bei über 50 liegen, die Über-60-Jährigen werden gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung stellen, die Lebenserwartung wird auf etwa 86 Jahre gestiegen sein – bei einer geradezu konkurrenzlos niedrigen Geburtenrate. Längst machen Kampfbegriffe die Runde, die einen clash of generations heraufbeschwören: „Altenrepublik Deutschland“, „Methusalem-Komplott“, „Aufstand der Alten“. Dies lässt selbst eingefleischte Konservative panisch für mehr Krippenplätze streiten.
Nur zu häufig wird dabei ein Bild vom Alter gezeichnet, das geradezu notwendig den Wut und Neid derjenigen provoziert, die für das Rentenaufkommmen dieser „greisen Hippies“ zu sorgen haben: Die Alten von morgen werden bunter leben, gesundheitlich länger fit und mobil sein und das Bruttosozialprodukt auf Mallorca verprassen. Stattdessen wird die höhere Lebenserwartung wohl vor allem zur Rente mit 70, zu überfüllten Altersheimen und Pflegestationen, zu neuen familiären Notlagen und nicht zuletzt auch zu einer Verschärfung bioethischer Fragen einer „Politik des Sterbens“ führen. Noch zu selten wird eingestanden, dass das hohe Alter für viele Menschen – bis auf weiteres jedenfalls – eher Fluch als Segen ist. So leben in Deutschland derzeit etwa 1 Millionen Menschen mit einer mittelschweren bis schweren Demenzerkrankung. Im Jahre 2050 werden es bereits doppelt so viele sein. Man wird also die Frage gar nicht nüchtern genug stellen können: Wie lässt sich die derzeitige Hysterie in einen verantwortungsbewussten, gerontologischen Diskurs über Vor- und Nachteile einer unumkehrbar älter werdenden Gesellschaft überführen?
Vortrag: Prof. Adelheid Kuhlmey (Charité)
Kommentare: Thomas Birk, MdA Bündnis90/Die Grünen
Eva-Maria Meyer-Lucht, Reiseagentur für Demenzkranke
Nur zu häufig wird dabei ein Bild vom Alter gezeichnet, das geradezu notwendig den Wut und Neid derjenigen provoziert, die für das Rentenaufkommmen dieser „greisen Hippies“ zu sorgen haben: Die Alten von morgen werden bunter leben, gesundheitlich länger fit und mobil sein und das Bruttosozialprodukt auf Mallorca verprassen. Stattdessen wird die höhere Lebenserwartung wohl vor allem zur Rente mit 70, zu überfüllten Altersheimen und Pflegestationen, zu neuen familiären Notlagen und nicht zuletzt auch zu einer Verschärfung bioethischer Fragen einer „Politik des Sterbens“ führen. Noch zu selten wird eingestanden, dass das hohe Alter für viele Menschen – bis auf weiteres jedenfalls – eher Fluch als Segen ist. So leben in Deutschland derzeit etwa 1 Millionen Menschen mit einer mittelschweren bis schweren Demenzerkrankung. Im Jahre 2050 werden es bereits doppelt so viele sein. Man wird also die Frage gar nicht nüchtern genug stellen können: Wie lässt sich die derzeitige Hysterie in einen verantwortungsbewussten, gerontologischen Diskurs über Vor- und Nachteile einer unumkehrbar älter werdenden Gesellschaft überführen?
Vortrag: Prof. Adelheid Kuhlmey (Charité)
Kommentare: Thomas Birk, MdA Bündnis90/Die Grünen
Eva-Maria Meyer-Lucht, Reiseagentur für Demenzkranke
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin