Mittwoch, 28. November 2007 19.00 Uhr – Donnerstag, 29. November 2007, 18.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Grüne Metamorphosen: Zum 60. Geburtstag Petra Kellys

Tagung

Mit: u.a.
Lukas Beckmann, Geschäftsführer Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen
Helga Lukoschat, Vorstand Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft
Krista Sager, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis90/Die Grünen
Antje Hermenau, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen
Karsten Voigt, Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt u.a

Keine andere Politikerin und kein anderer Politiker verkörperte in gleicher Weise die Grünen in der Hochzeit ihrer Gründung wie Petra Kelly. Das gilt sowohl für ihre Bekanntheit in der deutschen Öffentlichkeit als auch auf der inter-nationalen Bühne.
Für die grüne Partei und für die Heinrich-Böll-Stiftung ist der 60. Geburtstag von Petra Kelly ein wichtiger Tag der Erinnerung und des Ausblicks. Sie war die erste Sprecherin der grünen Partei und der ersten grünen Bundestagsfraktion. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Preis nach ihr benannt, pflegt ihren Nachlass; die bayrische Landesstiftung trägt ihren Namen.

Wer war Petra Kelly? Was hat sie uns zu sagen? Können ihre politischen Ideen noch Geltung beanspruchen? Inwieweit gibt die Person Petra Kelly und ihre Politik Aufschluss über den Wandel und die Chancen grüner Politik heute?

Die Würdigung und Reflexion soll dabei den verschiedenen Facetten ihrer Person gerecht werden. Die internationale Reputation Petra Kellys als moralische Instanz ist ungebrochen hoch. Nicht nur die Themen ihres Engagements wie internationale Friedenspolitik oder Tibet, sondern auch ihr moralischer Rigorismus und die Formen ihres politischen Handelns fanden und finden besonders in den angelsächsischen Ländern großen Anklang.

Petra Kelly wurde als junger Mensch stark geprägt von der US-amerikanischen Tradition des zivilen Ungehorsams und der civil rights movement. Als sie diese Politikformen in Deutschland weiterführte, geriet sie in starken Gegensatz zu den Abläufen der institutionellen Demokratie, aber auch zu den eigenen Parteistrukturen. Bei der Formulierung und der politischen Agenda der Grünen setzten sich Institutionalisierung und Professionalisierung im politischen Alltagsgeschäft durch. Petra Kelly steht exemplarisch für einen Typus der GründerInnengeneration. Sie konnte das Parlament zwar als Bühne nutzten, durch ihre ausgeprägte Persönlichkeit geriet sie jedoch zunehmend ins politischen Abseits.

Wie lässt sich das Verhältnis von grüner Partei und Bewegungen heute adäquat beschreiben? Ist das Erbe der Anti-Partei-Partei fruchtbar zu nutzen, wenn es um politische Mobilisierung geht? Könnte ein neuer Blick auf andere Politikformen Wege aus der Krise der Parteienpolitik weisen, von der auch die Grünen betroffen sind? Welchen Stellenwert hat das Moralische in der Politik?
Programm (PDF)