Mittwoch, 21. Januar 2009 20.00 – 00.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Grüner Salon aktuell: Der Gaza-Krieg

Mit dem Krieg im Gaza-Streifen hat Israel die größten Militäraktionen seit dem 6-Tage-Krieg vor 40 Jahren ausgelöst. Es gibt zahlreiche Erklärungen für die israelischen Militäraktionen auf der einen und die palästinensischen Qassam-Raketen auf der anderen Seite – aber rechtfertigen können sie diese Eskalation und die zahlreichen Opfer nicht. Jahrzehntelange völkerrechtswidrige Besatzung und Belagerung, Raketenbeschuss und Selbstmordaktionen haben eine komplexe Situation geschaffen, in der politisches Machtkalkül und religiöser Fanatismus miteinander verwoben sind.

Seit Jahren fordert die internationale Staatengemeinschaft eine Zwei-Staaten-Regelung, d.h. einen palästinensischen Staat neben Israel. Auch unter Israelis wie Palästinensern sprechen sich Mehrheiten für eine solche friedliche Konfliktregelung aus. Dennoch ist zur Zeit weder eine baldige Waffenruhe, noch etwa eine umfassende Friedensregelung in Sicht. Zentrale Streitpunkte – wie die israelischen Siedlungen, die Zukunft Jerusalems oder die Flüchtlingsfrage - sind von einer einvernehmlichen Lösung weit entfernt. Der andauernde Krieg, die Spaltung Palästinas aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen Fatah und Hamas, die ethnische Trennungspolitik und der völkerrechtswidrige Siedlungsausbau der israelischen Besatzungsmacht machen eine Einigung immer schwieriger.

Viele Menschen stehen der dramatischen Eskalation ohnmächtig und sprachlos gegenüber. Die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein will mit diesem „Grünen Salon aktuell“ einen Ort schaffen, an dem authentische Informationen über die aktuelle Situation in der Krisenregion und den benachbarten Ländern den Grundstock für ein gemeinsames Gespräch zu möglichen Zukunftsperspektiven für den Nahen Osten bieten sollen.