Freitag, 11. März 2005 16.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Gut beraten? - Neue Strategien für den Übergang von der Schule zur Hochschule

Berliner Hochschuldebatte 19

Es ist Bewegung gekommen in die deutsche Hochschullandschaft. Die Umstellung der Fächer auf die gestuften Studiengänge Bachelor und Master ist in vollem Gange. Sie geht einher mit einer Reform der Hochschul- und Studienfinanzierung. Auch wird die Vergabe von Studienplätzen neu geregelt. Die Hochschulen sollen in stärkerem Maße ihre Studierenden selbst auswählen dürfen. Die Folgen dieser ineinander greifenden Strukturveränderungen für das Hochschulsystem sind noch nicht absehbar. Zu kurzsichtig wäre es aber, schaute man lediglich auf die Hochschulen. Die Konsequenzen von Strukturwandlungen zeigen sich immer in erster Linie an den Schnittstellen. Und so stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Schule und Hochschule neu. Der Übergang zwischen diesen Systemen mag immer schon prekär gewesen sein, die sich wandelnde Hochschullandschaft verschärft jedoch die Lage. Wo Schulabgängern bislang noch das individuelle Erfahrungswissen von Lehrern und Eltern Orientierung geben konnte, droht nun Orientierungslosigkeit. Das zeigt sich schon heute in den Studienberatungen. Sie sehen sich mit Studieninteressierten konfrontiert, die mit falschen Informationen, Vorstellungen und Erwartungen an die Hochschulen kommen – dort bspsw. den Bachelor auf Diplom studieren wollen.<br><br> Es zeigt sich: Eine stärker an den Individuen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen orientiertes, differenziertes Bildungssystem bedarf umfangreicher Bildungsberatung. Ohne diese kann es seine Potenziale nicht entfalten, sondern wird im Gegenteil die bereits vorhandene soziale Selektivität weiter vertiefen, individuelle und soziale Ressourcen unproduktiv verschwenden. Die Hochschuldebatte soll klären, wie dem durch Beratung entgegengewirkt werden kann. Welche neuen Anforderungen stellen sich heute an die Bildungs- und Studienberatung? Wer kann und soll sie leisten?
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