Dienstag, 26. Oktober 2010 18.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Gut und Böse sind grundsätzlich austauschbar

Lesung und Gespräch mit dem argentinischen Schriftsteller Raul Argemi

Argentinien ist Gastland auf der Frankfurter Buchmesse und Grund für uns, einen Autor einzuladen, der die Verhältnisse in Argentinien kennt, die die aktuelle Literatur in Argentinien thematisiert. Angefangen von der »Gedächtnisliteratur« zur Aufarbeitung der argentinischen Diktatur bis hin zu einer literarischen Vielfalt, die mit der Demokratisierung der Publikationswege entstanden ist und ein breites schriftstellerisches Schaffen möglich machte.
Im Rahmen der Reihe »Hafengespräche – Lesung, Gespräch und Diskussion im Rheinauhafen« wird Kersten Knipp (Journalist u.a. Deutschlandfunk und WDR) mit dem argentinischen Schriftsteller Raúl Argemí über seine beiden ins Deutsche übersetzten Romane »Und der der Engel spielt dein Lied« und »Chamäleon Cacho« sprechen. Sein Erzählstil, der die Grenzen zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu verwischen scheint, ist pointiert eingesetzt. Als politischer Gefangener wurde Raúl Argemí 1974 während der Militärdiktatur zehn Jahre inhaftiert – Jahre, deren Erfahrungen sich bis in seine Schreibweise hinein ausprägen.
Seine Bücher wurden mit zahlreichen Preisen geehrt und Raúl Argemí zählt zu den markantesten Gegenwartsautoren Lateinamerikas. Susanna Mende, Übersetzerin von Raúl Argemí, wird ebenfalls bei der Veranstaltung sein.

»Die Frage nach Gut und Böse ist eine moralische Frage, wie sie im Christentum und im Judentum häufig gestellt wird. Meiner Ansicht nach sind Gut und Böse grundsätzlich austauschbar: Es kommt immer auf die Sichtweise an. Die Personen des Romans führen uns ständig vor Augen, wie nah sich diese beiden Kategorien doch stehen. Manche Leser tendieren dazu, sich mit den guten, den schönen Charakteren zu identifizieren. Andere hingegen bevorzugen komplexere Gestalten, in die man sich weniger gut einfühlen kann und die uns dazu bringen, über Gut und Böse nachzudenken. Genau das möchte ich mit diesem Buch erreichen, ich möchte den Leser an den Punkt bringen, an dem diese Kategorien ineinander übergehen.« (Aus einem Interview mit Raúl Argemí, geführt von Michele De Mieri, L’UnitB, und Giulia Gadaleta, TrackBack.)
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