- Mittwoch, 14. Oktober 2026 17.30 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Hannah Arendt zum 120. Geburtstag
Film und Gespräch mit Matthias Bormuth
In der "Rolle ihres Lebens": Barbara Sukowa als Hannah Arendt
„Jemandem beim Denken zuzuschauen, ist nicht besonders spannend“ - schrieb die Wiesbadener Filmbewertungsstelle 2013 über „Hannah Arendt“. Dennoch sei „der neue Film von Margarete von Trotta absolut sehenswert“. Er zeige den Zuschauer:innen „ein wirksames Gegenmittel gegen das banale Böse: das eigenständige Denken.“
„Neu“ ist „Hannah Arendt“ also keineswegs. Aber dennoch passend, um Arendts 120. Geburtstag am 14. Oktober zu würdigen und dabei über bösartige Banalitäten der Gegenwart nachzudenken. Das tun wir gemeinsam mit dem Oldenburger Ideenhistoriker Matthias Bormuth, der 2025 Von der Unheimlichkeit der Welt. Denken mit Hannah Arendt (Matthes & Seitz) veröffentlichte.
Im Fokus des Films steht Arendts Analyse des Prozesses gegen Adolf Eichmann als einen maßgeblichen Organisator des Holocaust. Arendt beobachtete das Verfahren 1961 in Jerusalem. Ihre Analysen lösten heftige Irritationen aus, Arendt verlor enge Freund:innen. Dennoch beharrte sie unbeirrt auf dem von ihr in der Beobachtung Eichmanns entwickelten Begriff einer „Banalität des Bösen“ - aus dem sich die Definition kritischen Denkens als Widerstand gegen die Entmenschlichung durch ein anonymes System ableitet.
Trotta versuchte mit den Mitteln des Spielfilms, intellektuellen Vorgängen ästhetische Gestalt zu geben und rückt dabei zentrale philosophische Fragen wie Schuld und Verantwortung ins Zentrum. Dass das gelingt - dass der Film als persönliches wie geistiges Drama funktioniert - dazu trägt wesentlich, so die einhellige Filmkritik, die Besetzung der Hauptrolle mit Barbara Sukowa bei: „in der Rolle ihres Lebens mit einer absoluten Glanzleistung als Hannah Arendt“.
Eine Kooperation der Heinrich Böll-Stiftungen Bund und Bremen und des Hannah-Arendt-Vereins für politisches Denken e.V.
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