Freitag, 25. Juni 2010 14.00 – 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Idee des Kommunismus. Philosophie und Kunst.

veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`

Gegenstand des interdisziplinären Kongresses ist eine philosophische Konferenz, die von Alain Badiou und Slavoj Žižek initiiert wurde und auf einer gleichnamigen Veranstaltung 2009 in London aufbaut.

Daneben beleuchtet ein künstlerisches Programm bestehend aus Performances, Installationen, Filmen und Konzerten das Konferenzthema ästhetisch. Die eingeladenen Arbeiten nehmen dabei sowohl die abstrakte Idee des Kommunismus als auch die politische Geschichte der real-existierenden Sozialismen des 20. Jahrhunderts in Europa und eine mögliche Zukunft für das Modell Kommunismus (in den Künsten) in den Blick.

KONFERENZ: Das Wort „Kommunismus“ zwischen philosophischer Kritik und wirklicher Bilanz der „sozialistischen Staaten“
Alain Badiou: „Die Londoner Konferenz von 2009 hat gezeigt, dass es inzwischen möglich ist, in den Debatten, die zugleich das historische Schicksal der Menschheit und die Normen kollektiver Handlung betreffen, dem Wort „Kommunismus“ seine ganze Bedeutung zurückzugeben.
Seit den Arbeiterbewegungen des 19. Jahrhunderts und ihrer Interpretation durch die großen Denker der Epoche situiert sich dieses Wort an der Nahtstelle der Politik und der Philosophie. Es muss folglich heute zugleich ausgehend von seinem idealen Inhalt wie von den wirklichen Erfahrungen, in die es eingebunden und in denen es mitunter schrecklich kompromittiert wurde, gedacht werden.
Die Londoner Konferenz war philosophisch und ideologisch. Die Berliner Konferenz wird sich genauer an die Bilanz der sozialistischen Staaten halten, die im 20. Jahrhundert das Motiv der „Diktatur des Proletariats“ verkörpert haben. In dieser Absicht empfängt die Konferenz eine signifikante Anzahl von Teilnehmern aus den Ländern Osteuropas.“

Mit: Alain Badiou (Paris) und Slavoj Žižek (Ljubljana), Susan Buck-Morss (New York), Cécile Winter (Paris) und Gáspár M. Tamás (Budapest).

PERFORMANCE. INSTALLATION. FILM. MUSIK.

Im Zentrum des Kunstprogramm stehen Gastspiele zweier Performancegruppen aus Osteuropa: Das Künstlerkollektiv BADco. aus Zagreb präsentiert seine beiden jüngsten Bühnenstücke „1 poor and one o“ und „The League of Time“, die Gruppe um Janez Janša (Ljubljana) zeigt die Performance „Pupilja, Papa Pupilo and the Pupilceks – Reconstruction“, das Reenactment eines slowenischen Neoavantgarde-Happenings von 1969. Weiter wird Nick Currie aka Momus eine „unreliable tour“ zum Konferenzthema aufführen, die Berliner Künstlerin Anne Kuhn und das Petersburger Kollektiv von Aktivisten und Performancekünstlern Chto Delat werden Installationen präsentieren.
Das Filmprogramm versammelt unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte und das utopische Potential des Kommunismus: Harun Farocki setzt in einer spannend-unterhaltsamen Film-Lecture sein filmisches Schaffen in Bezug zu Arbeit und Utopie. Weiter werden die Filme „Handsworth Songs“ vom Black Audio Collective, Chris Markers „Der letzte Bolschewik“ und der verspielte Pseudo-Dokumentarfilm „L' An 01“ von Jacques Doillon, Alain Resnais und Jean Rouch zu sehen sein.
Im Rahmen des Konzertprogramms führt Marc Weiser aka Rechenzentrum eine Neuvertonung des sozialistischen Filmklassikers „Enthusiasmus“ mit elektronischen Mitteln live auf. Im Anschluss präsentiert das Hamburger Agitprop-Kollektiv Schwabinggrad Ballett eine Konzert-Performance.

Volksbühne