Mittwoch, 19. November 2008 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Im Land der vielen Grenzen-Israel / Palästina

Parallel zu den mittlerweile über 15 Jahre andauernden Friedensgesprächen und verstärkt durch die israelische Trennungspolitik entstehen in der Region Israel/Palästina immer mehr sicht­bare und unsichtbare Mauern. In Israel wächst die Besatzungsvergessenheit. Die „Zweite Intifada“ ist abgeflaut, Israelis können wieder angstfrei öffentliche Verkehrsmittel nutzen, die Wirt­schaft wächst. Doch während auf der einen Seite die Besatzungsvergessenheit wächst, nimmt die Besatzung auf der anderen Seite die Gestalt eines zivilen und administrativen Enklavensystems an.

Gemeinsam mit der Palestinian Medical Relief Society (PMRS) versucht medico international, den Enklavenbewohnern ein Minimum an medizinischer Versorgung zukommen zu lassen.

Diese Arbeit mildert zwar die Folgen der Trennungspolitik, bekämpft nicht aber deren Ursachen. In diesem Land der vielen Grenzen zielen die Projekte auf den Erhalt und die Er­wei­terung von Spielräumen.

Der Referent Tsafrir Cohen wurde 1966 in Israel geboren, wuchs in Israel und Kanada auf, verließ Israel 1986 in Richtung Westberlin. Nach zwei Jahrzehnten publizistischer Tätigkeit und kultureller Pro­jekt­arbeit in Berlin leitet er seit 2007 in Jerusalem das Büro von medico international. Cohen berichtet regelmäßig in seinem Jerusalem-Blog (www.medico.de) von dieser Arbeit und der Situation vor Ort.