- Samstag, 14. Juni 2008 11.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Immer wieder wächst das Gras
Kolloquium aus Anlass des letzten Konzerts von Gerhard Gundermann im Sommergarten Krams (Prignitz) vor zehn Jahren
Am 14. Juni 1998, genau vor 10 Jahren, trat Gerhard Gundermann solo im Sommergarten Krams, einer Konzertscheune in der Prignitz, auf. Eine Woche später starb er unerwartet im Alter von 43 Jahren. Heute wird Gundermann zwar nur noch wenig im Radio gespielt, aber die Ausstrahlung seiner Lieder und seiner ungewöhnlichen Persönlichkeit ist ungebrochen. Die Lieder stehen für Kraft, Widersprüche und Hoffnung, aber auch die Traurigkeit der 80er und 90er Jahre in der ehemaligen DDR – und dann auch in der neuen Bundesrepublik. Der Faden, der von Gundermann gesponnen wurde, soll in diesem Jahr am 14. Juni inhaltlich und musikalisch in Krams, dem Ort seines letzten Konzertes, wieder aufgenommen werden. Einige von Gundermanns ureigenen Themen wie Umwelt und Arbeit, Lebensalltag und Kultur bieten auch gegenwärtig viel Diskussionsstoff für inhaltliche Auseinandersetzungen. Musikalisch werden dort Gundermanns Lieder von der Gruppe „Strom und Wasser“ gespielt. Bereits zu Zeiten der DDR hat er mit seinem Programm „Männer, Frauen und Maschinen“ und Liedern wie „Frühstück für immer“ einen Entwicklungsstrang aufgezeigt, der die Gesellschaft der Bundesrepublik nicht erst seit den 90er Jahren bestimmt. Unter dem Thema „Vom Eisenland in die digitalen Welten – Umbruch für alle“ steht die Transformation der Arbeitsgesellschaft zur Debatte. Auch die „Digitale Boheme“ schwankt zwischen Prekarität und Selbstbestimmung. Verunsicherung in allen Milieus ist die Folge. Was bedeutet heute Entfremdung und wie nah liegen Selbstverwirklichung und Selbstausbeutung? Eine Diskussion mit Welf Schröter (Forum Soziale Technikgestaltung, Stuttgart) und Wolfgang Kil (Architekturkritiker).
Gundermanns Lied von der „Grünen Armee“ thematisiert das „Überleben, wenigstens bis morgen“, bekommt aber angesichts des Klimawandels eine weit darüber hinaus reichende Bedeutung. Es enthält radikale Aussagen zur Umweltfrage, die auch heute noch zutreffend und nicht gerne gehört werden. Was bedeutet radikale Umweltpolitik angesichts des Klimawandels heute und wie sehen gesellschaftliche Utopien angesichts von Erderwärmung und Wassermangel aus? Drohen uns Klimakriege? Eine Diskussion mit Prof. Dieter Rink (Umweltforschungszentrum Leipzig) und Sascha Müller-Kraenner (The Nature Conservancy Europe).
Im dritten Themenbereich stellt der Regisseur Richard Engel seine Thesen zum Thema „Gundermann – Der Plebejer“ vor und möchte mit den Teilnehmern über Lebensformen, Lebensmodelle, über Alternativkultur versus bürgerliche Kultur und anverwandte Themen debattieren.
Zu einem Abschlussstatement sind Richard Engel, Wolfgang Kil, Heinz Ratz (Musiker von „Strom & Wasser“) und Richard Scherer (Theologe) eingeladen.
Mit dem Konzert von „Strom und Wasser“ wird der Tag abgeschlossen und die thematische Auseinandersetzung in einer musikalischen Form weitergeführt. Wer bei den Begriffen „Strom und Wasser“ an Heizung und Energie und folglich an hohe Preise und Monopole denkt, liegt in diesem Falle falsch. Allerdings nannte so Heinz Ratz seine Band, mit der er inzwischen mehrere CDs eingespielt hat und – noch wichtiger – frischen Wind in die deutsche Liedermacherszene geblasen hat. Dabei ist der Begriff der Liedermacherei hier weit zu fassen. Heinz Ratz ist eher eine Mixtur aus Tom Waits und Konstantin Wecker: Seine Musik ist wild und ruhelos und zärtlich, er grummelt und schleudert seinen Sprachgesang direkt ins Ohr. Musikalisches Kabarett, apokalyptische Volksmusik, Liedermacher der extremsten Art, Punk mit Akustik-Instrumenten – seine Lieder eindeutig zu beschreiben, ist unmöglich, denn sie sind geprägt von seiner ureigenen Mischung aus Wortwitz und politischer Kompromisslosigkeit.
Gundermanns Lied von der „Grünen Armee“ thematisiert das „Überleben, wenigstens bis morgen“, bekommt aber angesichts des Klimawandels eine weit darüber hinaus reichende Bedeutung. Es enthält radikale Aussagen zur Umweltfrage, die auch heute noch zutreffend und nicht gerne gehört werden. Was bedeutet radikale Umweltpolitik angesichts des Klimawandels heute und wie sehen gesellschaftliche Utopien angesichts von Erderwärmung und Wassermangel aus? Drohen uns Klimakriege? Eine Diskussion mit Prof. Dieter Rink (Umweltforschungszentrum Leipzig) und Sascha Müller-Kraenner (The Nature Conservancy Europe).
Im dritten Themenbereich stellt der Regisseur Richard Engel seine Thesen zum Thema „Gundermann – Der Plebejer“ vor und möchte mit den Teilnehmern über Lebensformen, Lebensmodelle, über Alternativkultur versus bürgerliche Kultur und anverwandte Themen debattieren.
Zu einem Abschlussstatement sind Richard Engel, Wolfgang Kil, Heinz Ratz (Musiker von „Strom & Wasser“) und Richard Scherer (Theologe) eingeladen.
Mit dem Konzert von „Strom und Wasser“ wird der Tag abgeschlossen und die thematische Auseinandersetzung in einer musikalischen Form weitergeführt. Wer bei den Begriffen „Strom und Wasser“ an Heizung und Energie und folglich an hohe Preise und Monopole denkt, liegt in diesem Falle falsch. Allerdings nannte so Heinz Ratz seine Band, mit der er inzwischen mehrere CDs eingespielt hat und – noch wichtiger – frischen Wind in die deutsche Liedermacherszene geblasen hat. Dabei ist der Begriff der Liedermacherei hier weit zu fassen. Heinz Ratz ist eher eine Mixtur aus Tom Waits und Konstantin Wecker: Seine Musik ist wild und ruhelos und zärtlich, er grummelt und schleudert seinen Sprachgesang direkt ins Ohr. Musikalisches Kabarett, apokalyptische Volksmusik, Liedermacher der extremsten Art, Punk mit Akustik-Instrumenten – seine Lieder eindeutig zu beschreiben, ist unmöglich, denn sie sind geprägt von seiner ureigenen Mischung aus Wortwitz und politischer Kompromisslosigkeit.
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Brandenburg