Dienstag, 03. Februar 2009 10.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Import - Export Demokratie

20 Jahre Demokratieförderung in Ost-, Südosteuropa und dem Kaukasus

Internationale Fachtagung im Rahmen des Promotionskollegs „Zivilgesellschaften in post-sozialistischen Ländern“

Mit u.a.:
Timm Beichelt, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Pavol Demes, Director Central and Eastern Europe, GMF, Bratislava
Srdjan Dvornik,  Zivilgesellschafts- und Menschenrechtsaktivist, Soziologe, Zagreb
Jurij Dzibladse, Zentrum zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten, Moskau
Ivlian Khaindrava, Sekretär für Internationale Beziehungen der Republikanischen Partei, Tbilisi
Iris Kempe, Heinrich-Böll-Stiftung, Tbilisi
Alina Mungiu-Pippidi, Professorin für Demokratiestudien, Hertie School of Governance, Berlin
Frank Schimmelfennig, ETH Zürich
Jens Siegert, Heinrich-Böll-Stiftung, Moskau
Bodo Weber, Soziologe, Berlin
Jonathan Wheatley, Zentrum für Demokratie Aarau, (für CIS-Südkaukasus)

Mit der welthistorischen Zäsur von 1989, dem Zusammenbruch der Gesellschaftssysteme sowjetsozialistischen Typs, verbanden sich Hoffnungen auf ein „Ende der Geschichte“. Der  globale Siegeszug des westlichen, liberal-demokratischen Gesellschaftsmodells schien ebenso eingeläutet wie das  Ende größerer weltpolitischer Konflikte. 

Dieser demokratische Optimismus spielte eine besondere Rolle im Verhältnis des Westens zu den ehemals sozialistischen Ländern, als Vorstellung eines linearen Demokratisierungsprozesses fand er unmittelbar Eingang in politikwissenschaftliche Transformationsforschung wie in die Politik gegenüber den östlichen Nachbarn. Gestützt auf die demokratischen Umwälzungen in Mittelosteuropa schienen dem westlichen Demokratieexport und den Instrumenten externer Demokratieförderung kaum relevante Grenzen gesetzt.

Die Entwicklungen in Ost-, Südosteuropa und dem Kaukasus nach 1989 haben jedoch diese Vorstellungen rasch als naiv entlarvt. In Russland ist der von gesellschaftspolitischer Instabilität und sozioökonomischem Niedergang getragene demokratische Öffnungsprozess der 90er Jahre von einem autoritären Konsolidierungskurs abgelöst worden, in Südosteuropa hat die gewaltförmige ethnisierende Auflösung Jugoslawiens zu einem autoritären Transformationsprozess geführt, der Südkaukasus verharrt bis heute zwischen autoritären politischen Traditionen, ethnischen Konflikten und Demokratisierungsansätzen. In allen drei Regionen haben die westlichen Demokratisierungsbemühungen allenfalls ambivalente Ergebnisse erzielt.

Die internationale Tagung will sich mit der internationalen Demokratieförderung in Ost-, Südosteuropa und dem Kaukasus in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten beschäftigen – mit Erfolgen und Misserfolgen, Instrumenten und Institutionen sowie den dahinterstehenden (politischen und wissenschaftlichen) Konzepten. Gefragt werden soll auch nach den grundsätzlichen Möglichkeiten und Grenzen externer Demokratieförderung.

Die Veranstaltung will ExpertInnen aus Theorie und Praxis zusammenbringen, um im Rückblick auf die Zeit seit 1989 über die Zukunft externer Demokratieförderung zu diskutieren.
Program in English