Vortrag

Samstag, 14. November 2026 15.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Vortrag

Inklusion unter Druck

Was rechte und rechtsextreme Ideologien für Menschen mit Behinderungen bedeuten

Menschenwürde, Gleichwertigkeit und Teilhabe sind in unserer Demokratie nicht verhandelbar – doch genau diese Grundsätze geraten unter Druck, wenn rechte und rechtsextreme Ideologien an Einfluss gewinnen. Wo Menschen nach Leistung, Nützlichkeit oder vermeintlicher Zugehörigkeit bewertet werden, sind die Rechte von Menschen mit Behinderungen akut gefährdet.

Prof. Dr. Heinrich Greving beleuchtet in seinem Impulsvortrag, wie rechte und rechtsextreme Ideologien Inklusion und Teilhabe gefährden. Er analysiert die dahinterliegenden Menschenbilder, ableistische Argumentationsmuster und deren Folgen für Selbstbestimmung und die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Konkrete Beispiele – etwa das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt – zeigen, wo Auswirkungen bereits heute spürbar sind.

Die Zahlen belegen: Unser Bundesland ist schlecht vorbereitet. Die Exklusionsquote liegt bei 6,6 Prozent (Bund: 4,3 Prozent). Rund 12.300 Kinder lernen an Förderschulen, nur knapp 5.000 inklusiv an Regelschulen – Tendenz rückläufig. Sachsen-Anhalt hat den höchsten Förderschüleranteil Deutschlands; fast 80 Prozent verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss. Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben ist für viele versperrt, bevor er überhaupt beginnen kann.

Annett Melzer vom Klippel-Feil-Syndrom-Verein schildert als Aktivistin und Expertin in eigener Sache die Lage vor Ort. Sie lebt und arbeitet in Sachsen-Anhalt und erlebt täglich, was es bedeutet, wenn Inklusion nur auf dem Papier existiert: überlaufene Förderschulen, verschlossene Regelschulen, Barrieren in Köpfen und Verwaltung. 

Wenn eine Partei, die in allen 218 Gemeinden in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft ist, Inklusion beenden will, betrifft das reale Leben. Wir fragen deshalb auch danach, was jetzt politisch getan werden muss, um die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch in unserem Bundesland abzusichern und wie sich jede*r für Inklusion stark machen kann.

Für eine DGS-Dolmetschung ist gesorgt; zentrale Inhalte werden zudem in Leichter Sprache an die Wand projiziert. Wir machen immer wieder kurze Pausen zum Durchatmen. 

Der Eintritt ist frei. 

Eine Anmeldung ist nötig! Per Anmeldebutton (rechts oben) oder per Telefon unter 0345 202392

Der Veranstaltungsort in Halle wird bei bestätigter Anmeldung per Email verschickt.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Demokratie für Alle! Eine inklusive Veranstaltungsreihe zu Beteiligung, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit“ und wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung und von Lotto Sachsen-Anhalt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, dem Klippel-Feil-Syndrom – Inklusion von Menschen mit Behinderung und Benachteiligung e.V. , dem Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt und der HALLIANZ für Vielfalt.

Ausschlussklausel

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch sexistische, rassistische, queer feindliche, nationalistische, antisemitische, antimuslimische, ableistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen und Symboliken in Erscheinung getreten sind, die Teilnahme an der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Dies gilt auch, wenn eine Teilnahmegebühr bereits gezahlt wurde.

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Veranstalter*in
Landesstiftung Sachsen-Anhalt
Sprache
Deutsch