Donnerstag, 22. November 2007 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Interkulturalität und Politik #4: Alles deutsch oder was?

Patriotismus in der multikulturellen Gesellschaft

Die Welle der Begeisterung während der Fußballweltmeisterschaft 2006 hatte eine breite Schicht der deutschen Bevölkerung erreicht. Deutsche Farben schmückten die Strassen und die Gesichter der Menschen. Zu selbstverständlichen Alltagsbilder jener Tage gehörte auch, dass MigrantInnen ihr Gesicht mit den Farben schwarz-rot-gold bemalten und die Flagge unbekümmert schwanken. Damit demonstrieren MigrantInnen, dass Deutschland längst ihre Heimat geworden ist. Was in anderen europäischen Ländern selbstverständlich erscheint, versetzt ein solches Nationalgefühl nicht wenige „Deutsche“ in Erstaunen und Irritation; damit geraten doch festsitzende Denkweisen im Hinblick auf die Haltung von MigrantInnen, aber auch Deutschen selbst zu Deutschland regelrecht ins Wanken. Sind solche symbolische Akte schon ein Beweis für eine nationale Bekennung – ein Stück Patriotismus? Was sind überhaupt die Elemente, die den Patriotismus in der Einwanderungsgesellschaft ausmachen? Wie viel Zusammenhalt benötigt eine Gesellschaft, die sich im Wandel befindet? Haben MigrantInnen hierzulande ein anderes Verhältnis zu ihrem Land als in anderen europäischen Ländern?

Nina Sauermann, die in Aachen an der RWTH International Academy lehrt, ist Autorin des kürzlich erschienenen Buches „Gesellschaft ohne schwarz-rot-gold“.

Programm

19.00 Uhr: Keynote
Nina Sauermann, RWTH International Academy, Aachen

19.30 Uhr: Statements und Kommentare
Navina Omilade, Fußball-Nationalspielerin, VfL Wolfsburg
Adé Bantu, Musiker, Brothers Keepers, Köln
María do Mar Castro Varela, Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin

Moderation: Mekonnen Mesghena, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

21.00 h Ende (mit einem kleinen Imbiss)
www.migration-boell.de