Donnerstag, 04. Oktober 2007 – Samstag, 06. Oktober 2007 In meinem Kalender speichern

Internationales Symposium: Im Zeichen des Geschlechts: Repräsentationen, Konstruktionen, Interventionen

Repräsentation wurde in bisherigen Diskussionen sowohl in ästhetischen, sozialen als auch politischen Kontexten oft als Abbild, Darstellung oder Vertretung verstanden. Als Zeichen für etwas Abwesendes bezieht sich Repräsentation auf vorgängig Vorhandenes. Nach diesem Verständnis entsteht Bedeutung abbildlogisch und die verschiedenen Ausprägungen von Repräsentation stehen beziehungslos nebeneinander. Insbesondere die Gender Studies haben sich mit dem Begriff der Repräsentation als einer zentralen interdisziplinären Kategorie auseinandergesetzt, da sich in ihr die Fragen nach der politischen Teilhabe von Frauen und der Darstellung von Geschlecht in kulturellen Imaginationen verschränken.

Das interdisziplinäre Symposium möchte die Bedeutungsvielfalt von Repräsentation nutzen und die Verbindungen zwischen den diversen Repräsentationsformen betonen. Denn die verschiedenen Ausprägungen des Repräsentationsbegriffs in den jeweiligen Kontexten – ästhetischen, sozialen, politischen – bergen zwar die Gefahr für Missverständnisse, eröffnen aber auch die Möglichkeit für Interventionen.

Ansatzpunkt ist dabei, dass Repräsentationen nicht einfach vorgängig Gegebenes abbilden, sondern dieses in produktiven Prozessen konstruieren. Bedeutung ist demnach nicht eindeutig ablesbar, sondern wird durch Rezeption und Interaktion hergestellt. Insofern sind Bedeutungen nicht festgeschrieben, sondern bleiben – trotz herrschender Machtverhältnisse – offen für Interventionen.

Das Symposium fragt, wie diese Interventionsmöglichkeiten im Rahmen einer kritischen Perspektive auf Geschlechterverhältnisse in wissenschaftlichen und anderen Öffentlichkeiten genutzt werden können. Repräsentationen von Geschlecht werden in folgenden Themenfeldern untersucht: soziale Prozesse und politische Praxen, rechtliche Strukturen und demokratische Institutionen, Körperlichkeit, Selbstverhältnisse und Identitäten sowie ästhetisch-kulturelle Repräsentationen.

Mit dem Aufdecken der Konstruiertheit von Repräsentationen und dem Fokus auf Interventionsmöglichkeiten soll der Repräsentationsbegriff für eine kritische Debatte in den Gender Studies wieder gewonnen werden.

Mit Beiträgen von:
Prof. Dr. Hannelore Bublitz (Paderborn)
Prof. Dr. Sarah Burns (Indiana, USA)
Beatrice Bösiger (Wien, Österreich)
Dr. Encarnacion Gutierrez Rodriguez (Manchester, UK)
Prof. Dr. Shireen Hassim (Johannesburg, Südafrika)
Dr. Judith Klinger (Potsdam)
Prof. Dr. Doris Kolesch (Berlin)
Dr. Tomke König (Basel, Schweiz)
Prof. Dr. Elisabeth Holzleithner (Wien, Österreich)
Sara Paloni (Wien, Österreich)

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