- Montag, 08. Mai 2006 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Investitionsstreitigkeiten vor internationalen Tribunalen: Die Fälle Argentiniens und Boliviens
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Seit einigen Jahren steigt die Zahl der
Klagen vor internationalen Schiedsgerichten
zur Beilegung von
<b>Investitionsstreitigkeiten</b>
beträchtlich an. Die
UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika
CEPAL spricht von einem regelrechten Boom
derartiger Verfahren, die hauptsächlich
beim internationalen Schiedsgericht der
Weltbank ICSID (International Centre for
the Settlement of Investment Disputes)
eingereicht wurden. Während das 1965
gegründete ICSID zunächst nur jährlich
einen Fall registrierte, wurde seit 1998
bereits monatlich eine neue Klage seitens
transnationaler Konzerne eingereicht. Seit
2001 nahmen die Fälle abermals zu. Sie
stehen damit in direktem Zusammenhang zu
den seit den 1990er Jahren ansteigenden
ausländischen Direktinvestitionen in
Schwellen- und Entwicklungsländern.<br>
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Von den 100 derzeit beim ICSID anhängigen
Verfahren richten sich 59 gegen
lateinamerikanische Staaten, darunter
allein 37 gegen <b>Argentinien</b>. In
<b>Bolivien</b> drohen gleich acht
multinationale Energiekonzerne mit dem Gang
vor das internationale Gericht, da die
Regierung die für das Land unvorteilhaften
bestehenden Verträge zur Ausbeutung von Öl
und Gas nachverhandeln will.<br>
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In der bisherigen Praxis enthüllte das als
intransparent geltendene <b>Schiedsgericht
ICSID</b> eine besorgniserregende Tendenz
zur einseitigen Privilegierung von
Investoreninteressen zulasten breiterer
Entwicklungsanliegen.<br>
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Auf der vom Ökumenischen Büro für Frieden
und Gerechtigkeit (München), vom
Lateinamerikareferat der
Heinrich-Böll-Stiftung und dem FDCL -
Forschungs- und Dokumentationszentrum
Chile-Lateinamerika (Berlin) organisierten
Veranstaltung wollen wir gemeinsam mit
unseren Referenten aus Argentinien und
Bolivien sowohl die bisherigen
lateinamerikanischen Erfahrungen mit dem
ICSID sowie die in den betroffenen Ländern
beginnende öffentliche Auseinandersetzung
mit der fragwürdigen Rolle der
internationalen Investitionstribunale
diskutieren.<br>
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<b>Mit</b>:<br>
<b>Ricardo Ortíz</b>, FOCO - Foro Ciudadano
de Participación por la Justicia y los
Derechos Humanos, Argentinien<br>
<b>Julián Perez</b>, FEJUVE EL ALTO- La
Federación de Juntas Vecinales, Bolivien<br>
<b>Thomas Fritz</b>, FDCL/BLUE21, Berlin<br>
- Veranstalter*in
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