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Online-Konferenz

Mittwoch, 30. November 2022 – Donnerstag, 01. Dezember 2022 In meinem Kalender speichern

Online-Konferenz

Ja, wie denn? Intersektionalität in der politischen Bildungsarbeit der Heinrich-Böll-Stiftungen.


Interner Online-Fachtag
30.11.2022, 09:00-12:30 Uhr
01.12.2022, 09:00-14:00 Uhr

Liebe Kolleg*innen und Gremienvertreter*innen,

wir möchten Euch herzlich einladen im Rahmen eines internen Fachtags unsere eigene Bildungsarbeit und die Rahmenbedingungen unter denen diese stattfindet, zu reflektieren. Im Fokus des Fachtages wird die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Konzept und Prinzip Intersektionalität stehen. Wir beschäftigen uns mit den Herausforderungen, die damit für die politische Bildungsarbeit der Heinrich-Böll-Stiftungen verbunden sind, diskutieren unsere eigene Bildungsarbeit und überlegen gemeinsam, wie wir in unseren Arbeitsprozessen das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen besser berücksichtigen und konkret in der Veranstaltungsplanung einbinden können.

Der Online-Fachtag findet zweigeteilt jeweils vormittags

  • am 30.11. und
  • 01.12. auf Zoom statt.

Als Einstieg, schaut Euch bitte vorab dieses kurze Video (Instagram-Account notwendig) an. Es bietet eine gute Übersicht zum Konzept der Intersektionalität.

An beiden Tagen werden wir zunächst einen inhaltlichen Input hören und dann in Kleingruppen unterschiedliche Aspekte vertiefen.

Am ersten Tag liegt der Fokus auf der Frage: „Warum ist Intersektionalität für unsere politische Bildungsarbeit wichtig?“

Am zweiten Tag steht nach einem Impuls von Peggie Piesche (BpB) der Erfahrungsaustausch und die Suche nach konkreten Lösungsansätzen im Zentrum.

Arbeitsgruppen:

(Für jeweils beide Tage! - ausführliche Beschreibung s. unten)

  1. Weniger offensichtlich – dennoch diskriminiert!
    Klassismus und Be_hinderung im Kontext von politischer Bildungsarbeit

     
  2. Diskriminierungskritisch veranstalten
    Was bedeutet das konkret für unsere Arbeit?

     
  3. Organisationsentwicklung
    Was macht für uns eine gute Implementierung aus?

     
  4. Privilegien checken - „Macht teilen“


Anmeldungsfrist ist der 27.11.2022

Leitet die Einladung gerne an die Gremienvertreter*innen weiter!
Wir freuen uns auf euch!

Im Auftrag der Steuerungsgruppe,
Katarina, Carmen, Solveig, Henning, Anne


Arbeitsgruppen

1. Weniger offensichtlich – dennoch diskriminiert!
Klassismus und Be_hinderung im Kontext von politischer Bildungsarbeit

Klassismus und Be_hinderung sind zwei Beispiele für Diskriminierungsdimensionen, die häufig in gesellschaftlichen Diskursen und bei politischen Entscheidungen nicht mitgedacht werden. Mit der stetig wachsenden sozialen Ungleichheit stehen Menschen, die von Diskriminierung durch Klassismus und Be_hinderung betroffen sind, vor besonderen Herausforderungen. Dies steht in krassem Widerspruch zum Recht auf Teilhabe und Selbstverwirklichung für jeden Menschen.

Wir wollen uns exemplarisch mit den beiden Dimensionen auseinandersetzen, diese zunächst beschreiben und uns dann der Frage widmen, wie sich Klassismus und Be_hinderung auf die davon betroffenen Personen auswirken. Am Ende des WS wollen wir uns darüber ausgetauscht und Anregungen gesammelt haben, wie wir unsere politischen Bildungsangebote für systematisch ausgegrenzte Menschen zugänglicher machen können und dem Anspruch „Nicht ohne uns über uns!“ gerecht(er) werden.

Leitung der AG: Jörn Dobert, Solveig Negelen, Samia Gherbaoui


2. Diskriminierungskritisch veranstalten
Was bedeutet das konkret für unsere Arbeit?

Vor der Durchführung einer Veranstaltung steht ein komplexer Planungsprozess, in dessen Verlauf eine Vielzahl von Entscheidungen getroffen wird. Dabei bestimmt oftmals die Perspektive, aus der heraus geplant und entschieden wird, über Zugänge und Ausschlüsse, Sichtbarkeit und Verständlichkeit, letztlich also darüber, wer zur Veranstaltung kommt und sich angesprochen fühlt.

Nach einem generellen Überblick zu diskriminierungskritischer Veranstaltungsplanung fokussieren wir im Workshop auf diese Fragestellungen: Wie gelingt barrierearme Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel von Leichter Sprache? Wie erreichen wir ein diverses Publikum? Wem geben wir eine Bühne? Was verstehen wir unter Expert*innen? und Welche Gesprächsregeln ermöglichen eine inklusive Moderation und Diskussion?

Leitung der AG: Friederike Wirtz, Annette Goerlich, Carmen Romano, Anne Bonfert, Anja Nicke

Organisatorischer Hinweis: nach der 15 Min. Input von Frieda, wird sich die Gruppe am ersten Tag mit dem Thema „Barrierearme ÖA am Bsp. leichte Sprache“ und am zweiten Tag mit dem Thema „Referent*innenauswahl, Gesprächsregeln und -Selbstverständnisse“ beschäftigen.

3. Organisationsentwicklung
Was macht für uns eine gute Implementierung aus?

Wie erarbeiten wir uns eine diskriminierungskritische Organisationskultur, so dass auf den verschiedenen Ebenen unserer Einrichtungen die Perspektiven unterrepräsentierter und benachteiligter Gruppen mit einbezogen werden? Wie geht eine gute Implementierung diskriminierungskritscher Praxis bei der Personalentwicklung, was bedeutet es für den institutionellen Rahmen und welche Auswirkungen hat es auf unsere inhaltliche Arbeit?

Nach einem kurzen Input zur Begriffsklärungen wollen wir gemeinsam diesen Fragen nachgehen, Erfahrungen dazu austauschen und mögliche weitere Schritte diskutieren.

Leitung der AG: Jana Mittag und Inga Börjesson


4. Privilegien checken - „Macht teilen“ 

Die Räume, in denen wir uns bewegen, sind nicht machtfrei und auch nicht hierarchiefrei. Diskriminierungfreies oder rassismusfreies Handeln als Zukunftsvision sind daher nicht leicht und vielleicht nur annäherungsweise zu erreichen. Denn zum einen sind Macht, Geld und Einfluss im Hier und Jetzt auf eine bestimmte Art und Weise (ungleich) verteilt. Zum anderen können Aufgabenteilung und Hierarchie auch nützliche Arten der Zusammenarbeit sein.

Ebenso ist unser Denken als Menschen von bestimmten Bildern geprägt und so strukturiert, dass wir die Erfahrungen kategorisieren, von denen wir geprägt sind – individuelle wie Erfahrungen der Gruppe. Vorurteile gegenüber Individuen, die wir noch nicht kennen oder unmittelbar kennenlernen, sind also da und wirken sich in der Zusammenarbeit mit anderen aus.

Es macht daher einen entscheidenden Unterschied, ob wir uns der gegebenen Hierarchien, Machtverteilung und damit verbundenen Privilegien bewusst sind und ebenso unserer Vorurteile. Kennen wir unseren Standpunkt und machen diesen transparent und arbeiten mit den Menschen, die uns in unserer Bildungsarbeit begegnen, bewusst an den Formen der Zusammenarbeit, entsteht etwas Neues.

Im Workshop werden wir uns unsere Macht und Privilegien als Stiftungsmitarbeitende bewusster machen und eine Feedbackmethode kennenlernen. Anschließend werden wir uns über unsere ersten Erfahrungen über das „Neue“, was durch diskriminierungs- und machtkritisches Handeln entstehen kann, Gedanken machen und austauschen.

Leitung der AG: Henning von Bargen und Linda Lieber

Weitere Termine
Mi., 30 Nov. 2022 09.00 – 12.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Do., 01 Dez. 2022 09.00 – 14.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Online-Veranstaltung
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung im Stiftungsverbund
Sprache
Deutsch