Freitag, 04. Juli 2008 17.30 Uhr – Samstag, 05. Juli 2008, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Jenseits der Kohle: Klimaschutz und Braunkohle in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen

Es ist inzwischen wissenschaftlich abgesichert, dass der Anstieg der globalen Temperatur auf 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit beschränkt werden muss. Dies kann voraussichtlich bei einer Beschränkung der CO2 –Konzentration auf 450 ppm in der Atmosphäre erreicht werden. Ein globaler Temperaturanstieg, der über die Werte von 2°C hinausgeht, wird dagegen sehr wahrscheinlich nicht mehr kalkulierbare Folgen haben. Um diesen Zielwert eines „noch erträglichen“ Klimawandels zu erreichen, sieht es die Klimaforschung als notwendig an, die globalen CO2 –Emissionen bis zum Jahre 2050 um 80% abzusenken.
Wie dieses Ziel erreicht werden kann, ist in vielen Szenarien untersucht worden. Klar ist, dass die Bereitstellung von Strom und Wärme dabei eine entscheidende Rolle spielen wird. Trotzdem werden in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen neue Braunkohlekraftwerke gebaut, neue Tagebaue eröffnet und die nahezu restlose Ausbeutung und Verbrennung der Vorkommen geplant.

Das Seminar trägt die aktuellen Vorhaben und Planungen komprimiert zusammen und bewertet sie. Die Stromerzeuger setzen bei der Kohleverstromung auf eine technische Option in der Zukunft: Das Abscheiden und unterirdische Lagern von CO2. Allerdings verschlechtert sich die Energiebilanz der Braunkohlekraftwerke dadurch weiter, die schon heute nur maximal bis zu 42% der in der Braunkohle enthaltenen Energie nutzen. Zusätzlich wird Energie notwendig, um CO2 zu verflüssigen, zu transportieren und unterirdisch zu verpressen. Ist die CCS-Technik wirtschaftlich sinnvoll? Ist sie technisch nach heutiger Sicht beherrschbar? Wie verhält sich das CO2 im Laufe der Jahrhunderte? Verlagern wir durch die Bunkerung des CO2 das Problem nicht lediglich auf kommende Generationen? Darüber hinaus interessiert uns die öffentliche Diskussion zu den Auswirkungen des Klimawandels, die wir in Hinsicht auf Wirtschaft und Landwirtschaft betrachten. Wie können die Klimafolgen jenseits von Katastrophenszenarien und Abwiegelung so diskutiert werden, dass Land- und Forstwirte und Unternehmen bei den Debatten um das Anpassen und Gegensteuern zu Partnern der Umweltbewegung werden. Wir tragen Möglichkeiten der landespolitischen Einflussnahme auf Braunkohleabbau und –verstromung zusammen und diskutieren Szenarie der Energieversorgung jenseits der Braunkohle.