Dienstag, 07. Juli 2009 19.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Jour Fixe: Finanz- und Wirtschaftskrise – was hat `Gender` damit zu tun?

Jour Fixe zu Fragen der Internationalen Politik

Feministische Stimmen werden in dem Diskurs rund um die Weltwirtschaftskrise der Mainstreamdebatten bislang kaum gehört. Gleichzeitig finden „gegenderte“ Aussagen ihren Platz in der Presse: „Männliche Mitarbeiter sind von der aktuellen Wirtschaftskrise stärker betroffen als weibliche“ (Spiegel), „Die Männer habe es verbockt - Islands Frauen verordnen ihrem Land eine weiblichen Weg aus der Krise“ (Guardian), „Der globalisierte Neoliberalismus erfindet seinen eigenen Feminismus und seine eigenen Feministinnen“ (taz) oder „Frauen trifft die Krise am härtesten“ (United Nations Conference on Trade and Development).

Doch um eine geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik realisieren zu können, bedarf es nach Ansicht feministischer Ökonominnen geschlechtersensibler Wirtschaftsmodelle und - theorien. Durch den ausschließlichen Fokus auf den Markt - so die zentrale Kritik - werde die nicht marktförmige Arbeit (u. a. Hausarbeit und Pflege) in makroökonomischen Modellen und folglich in der Politik schlichtweg ausgeblendet.

Im Rahmen des Gender Happenings „Love me Gender“ des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung fragt der aktuelle Jour Fixe:

*Was hat Gender eigentlich mit der Weltwirtschaftskrise zu tun?
*Welche feministischen Positionierungen gibt es im Kontext der Weltwirtschaftskrise?
*Wie sieht ein geschlechtersensibles Wirtschaftsmodell aus? 
*Kann diese Krise auch als Chance für Frauen verstanden werden - und wenn ja, wie?

Referentinnen:
Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin und Mitglied von `Wide` (Women in Development Europe), Bonn
Alexandra Scheele, Universität Potsdam
Deborah Ruggieri, attac, Frankfurt

Moderation:
Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Gender-Happening