- Dienstag, 03. Juni 2008 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Jour Fixe: Hohe Agrarpreise
Hunger oder Chance für die ländliche Bevölkerung
Mit:
Marita Wiggerthale, Oxfam Deutschland, Berlin
Heike Höffler, Uni Leipzig
Thomas Michel, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Frankfurt
Moderation:
Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Seit Wochen bestimmen die Meldungen über hohe Agrarpreise und die damit verbundenen Ausschreitungen die Medien. Betrachtet man die internationale Preisentwicklung, so verwundert es nicht, dass die Menschen weltweit demonstrieren.
Nachdem die realen Agrarpreise über Jahrzehnte gesunken sind, hat sich in den letzten Jahren eine deutliche Trendwende vollzogen: Von 2000 bis 2005 sind die Preise mit moderaten 1,3 Prozent pro Jahr gestiegen, 2006 dann um mehr als 10 Prozent und 2007 war eine Steigerung von knapp 40 Prozent erreicht. Weizen hat sich im letzten Jahr um 130 Prozent verteuert, Reis um fast 74 Prozent.
Weltweit hungern mehr als 850 Millionen Menschen. Diese Zahl wird sich angesichts der derzeitigen Nahrungsmittelpreise rasant erhöhen, bedenkt man, dass eine Milliarde Menschen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen und dabei rund 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben muss. Eine Verteuerung der Lebensmittel hat zur Folge, dass sich gerade arme Bevölkerungsschichten immer weniger Nahrung werden leisten können.
Eine Studie der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zeigt, dass die größten Verlierer der hohen Agrarpreise die afrikanischen Länder sein werden. Die hohen Nahrungsmittelpreise werden die Ungleichheiten in diesen Ländern noch verschärfen.
Die hohe Preise könnten aber auch eine Chance für den ländlichen Raum beinhalten: Die Produktion von Agrargütern wirft wieder höhere Gewinne ab und schafft damit zusätzliche Anreize für Produzenten und Unternehmen, in die Landwirtschaft zu investieren. So könnten Arbeitsplätze in ländlichen Gegenden entstehen, in denen es außerhalb des Agrarsektors nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten gibt.
Im Mittelpunkt dieses Jour Fixe steht die Frage nach den politischen Antworten auf die aktuelle Preisentwicklung: Welche Instrumente sind notwendig, damit der derzeitige Preistrend die Ernährungskrise nicht verschärft, sondern dem ländlichen Raum neue wirtschaftliche und soziale Chancen eröffnet?
Marita Wiggerthale, Oxfam Deutschland, Berlin
Heike Höffler, Uni Leipzig
Thomas Michel, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Frankfurt
Moderation:
Christine Chemnitz, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Seit Wochen bestimmen die Meldungen über hohe Agrarpreise und die damit verbundenen Ausschreitungen die Medien. Betrachtet man die internationale Preisentwicklung, so verwundert es nicht, dass die Menschen weltweit demonstrieren.
Nachdem die realen Agrarpreise über Jahrzehnte gesunken sind, hat sich in den letzten Jahren eine deutliche Trendwende vollzogen: Von 2000 bis 2005 sind die Preise mit moderaten 1,3 Prozent pro Jahr gestiegen, 2006 dann um mehr als 10 Prozent und 2007 war eine Steigerung von knapp 40 Prozent erreicht. Weizen hat sich im letzten Jahr um 130 Prozent verteuert, Reis um fast 74 Prozent.
Weltweit hungern mehr als 850 Millionen Menschen. Diese Zahl wird sich angesichts der derzeitigen Nahrungsmittelpreise rasant erhöhen, bedenkt man, dass eine Milliarde Menschen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen und dabei rund 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben muss. Eine Verteuerung der Lebensmittel hat zur Folge, dass sich gerade arme Bevölkerungsschichten immer weniger Nahrung werden leisten können.
Eine Studie der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zeigt, dass die größten Verlierer der hohen Agrarpreise die afrikanischen Länder sein werden. Die hohen Nahrungsmittelpreise werden die Ungleichheiten in diesen Ländern noch verschärfen.
Die hohe Preise könnten aber auch eine Chance für den ländlichen Raum beinhalten: Die Produktion von Agrargütern wirft wieder höhere Gewinne ab und schafft damit zusätzliche Anreize für Produzenten und Unternehmen, in die Landwirtschaft zu investieren. So könnten Arbeitsplätze in ländlichen Gegenden entstehen, in denen es außerhalb des Agrarsektors nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten gibt.
Im Mittelpunkt dieses Jour Fixe steht die Frage nach den politischen Antworten auf die aktuelle Preisentwicklung: Welche Instrumente sind notwendig, damit der derzeitige Preistrend die Ernährungskrise nicht verschärft, sondern dem ländlichen Raum neue wirtschaftliche und soziale Chancen eröffnet?
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin