Dienstag, 06. Oktober 2009 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Jour Fixe: Nach den Wahlen in Afghanistan und Deutschland: Quo vadis am Hindukusch?

Debatten zur internationalen Politik

Die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan wurden von schweren Betrugsvorwürfen begleitet. Amtsinhaber Hamid Karsai konnte sich nach dem vorläufigen - jedoch angezweifelten - Endergebnis gegen den Herausforderer Abdullah Abdullah durchsetzen. Bewahrheiten sich die Fälschungsvorwürfe, steht die internationale Staatengemeinschaft vor der Frage, wie sie sich positioniert und mit Präsident Karsai zusammenarbeiten kann.

Der NATO-Angriff auf zwei gekaperte Tanklastwagen bei Kundus und die scharfe Kritik am Vorgehen der deutschen Bundeswehrführung haben das Thema Afghanistan auch in die letzten Wochen des Bundestagswahlkampfes katapultiert. Bereits zuvor wurde heftig debattiert, ob sich die Bundeswehr im Norden Afghanistans in einem Krieg befinde, und ob der Einsatz überhaupt zu einem befriedigenden Ergebnis führen könne. Mit dem Vorfall in Kundus eskalierte die Debatte um den Sinn des Einsatzes und eine Exit-Strategie.

Auch in den Vereinigten Staaten schwindet die öffentliche Unterstützung für den Einsatz in Afghanistan. Selbst innerhalb des US-Militärs mehren sich die Zweifel, ob der Kampf noch zu gewinnen ist. Trotz aller Umstrittenheit der Strategien von UN, NATO und den Vereinigten Staaten hätte ein Scheitern des Einsatzes in Afghanistan dramatische Konsequenzen für Afghanistan, seine Nachbarn, die globale Sicherheit und die Handlungsfähigkeit des Westens.

Wenige Tage nach der Bundestagswahl wollen wir mit Ihnen diskutieren:

Wie sollte die internationale Gemeinschaft mit den Betrugsvorwürfen umgehen? Was bedeutet dies für die Zusammenarbeit mit Präsident Karsai?

Welche Ziele sollten sich Deutschland und seine internationalen Partner angesichts der aktuellen Situation setzen?

Welche Afghanistan-Strategie sollte die neue deutsche Bundesregierung verfolgen?

Droht eine demokratische Entwicklung in Afghanistan endgültig zu scheitern?

Wie könnte ein Umgang mit den Taliban aussehen?
 
Unsere Gäste:
Winfried Nachtwei
, Mitglied des Deutschen Bundestags, Bündnis 90/ Die Grünen
Susanne Koelbl, Der Spiegel (angefragt)
Thomas Ruttig, Ko-Direktor Afghanistan Analysts Network (AAN), Forschungsgruppe Asien, Stiftung Wissenschaft und Politik

Moderation:
Sven Hansen, Asien-Redakteur, die tageszeitung