Dienstag, 04. März 2008 18.30 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Jürgen Fuchs - Ein Literarischer Weg in die Opposition

Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung

Heute heißt zwar die Straße vor dem Erfurter Landtag nach dem 1950 geborenen Schriftsteller, aber ansonsten ist sein Schicksal wenig bekannt. Grund genug für die Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, dem Dissidenten eine umfangreiche Biografie zu widmen. Vor 30 Jahren wurde Fuchs, nach neun Monaten Haft in Hohenschönhausen, nach West-Berlin abgeschoben. Die SED war damit den unangepassten Intellektuellen aber keineswegs los - hielt ihn deshalb auch im Westen weiter unter Beobachtung und bekämpfte ihn mit `Zersetzungsmaßnahmen`. Seinen Weg zum wortmächtigen Kritiker der Politbürokratie zeichnet Udo Scheer genau nach - eine ideale Besetzung, kannte Scheer (laut Stasi der `gefährlichste Nachwuchsschriftsteller im Raum Gera`) doch Jürgen Fuchs schon seit 1973. Damals galten beide als `mögliche Nachwuchskandidaten des Schriftstellerverbandes Weimar/Erfurt`. Zum Leidwesen der Einheitssozialisten kam es anders. Nach Biermanns Ausbürgerung Ende 1976 kam Fuchs in Haft, eben nach Hohenschönhausen. Später, als er schon an einem seltenen Typ von Blutkrebs erkrankt war, hat Fuchs den Verdacht geäußert, er könnte von der Stasi vorsätzlich verstrahlt worden sein. Seinerzeit lächelten viele über seinen Verdacht, doch heute, nach dem Mordfall Litwinenko, ist das anders geworden. Jürgen Fuchs starb 1999 an Leukämie. Die Biografie von Udo Scheer ist, acht Jahre später, eine angemessene Würdigung.
www.kas.de