Mittwoch, 28. September 2005 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Karabach - am Ende einer Sackgasse?

Filmvorführung mit Diskussion

Seit nunmehr elf Jahren ist die Phase der militärischen Eskalation des <b>Konfliktes um die armenisch besiedelte Enklave Berg- Karabach in Aserbaidschan</b> vorbei. Sie hat zu Zehntausenden von Toten und etwa einer Million Flüchtlinge auf beiden Seiten geführt. Doch <b>vom Frieden</b> sind die beteiligten Parteien Aserbaidschan, Armenien und die international nicht anerkannte Republik Berg-Karabach <b>noch weit entfernt</b>.<br> <br> Während bei den - unter der Ägide der OSZE geführten - Friedensverhandlungen derzeit wieder von “verhaltenem Optimismus” und “wichtigen Fortschritten” gesprochen wird, sind die am Konflikt beteiligten Gesellschaften <b>nicht auf einen Kompromissfrieden vorbereitet</b>.<br> <br> Die Perzeptionen der beiden beteiligten Seiten im <b>Berg-Karabach-Konflikt</b> könnten unterschiedlicher kaum sein: Im von armenisch besetzten aserbaidschanischen Gebieten umgebenen Berg-Karabach stellen Armeebedienstete ein Viertel der Bevölkerung. In Armenien hält die Mehrheit der Bevölkerung den Konflikt längst für (siegreich) entschieden und daher die Suche nach Kompromissen für eher überflüssig. Und im aufgeheizten innenpolitischen Diskurs Aserbaidschans wetteifern Regierung und Opposition darum, jeden Anschein von Nachgiebigkeit gegen die von der eigenen Propaganda als „armenische Terroristen“ gebrandmarkte andere Seite mit martialischen Erklärungen von der bald anstehenden Rückeroberung des eigenen Territoriums zu zerstreuen.<br> <br> Damit bleibt ein Konflikt virulent, der Integration und politische Stabilisierung in der Krisenregion Kaukasus massiv behindert und <b>Auswirkungen weit über die Grenzen der beteiligten Länder hinaus</b> hat. Mit dem <b>Dokumentarfilm „Karabach“</b>, von der Heinrich-Böll-Stiftung initiiert und von georgischen und abchasischen Journalisten gemeinsam gedreht, möchten wir Ihnen den <b>Konflikt aus der Perspektive der betroffenen Menschen</b> näher bringen. Anschließend diskutieren der Autor des Films, <b>Micheil Mirsiaschwili</b>, aus Tbilisi, die Politologin <b>Leila Alieva</b> aus Baku und der armenische BBC-Journalist <b>Mark Grigoryan</b> aus London über <b>Wege aus der Konflikt- Sackgasse</b>:<br> <br> Wie sieht für die betroffenen Menschen das Leben mit diesem Konflikt aus? Welche Möglichkeiten bestehen, trotz der ungelösten politischen Fragen eine schrittweise Annäherung der Konfliktparteien voranzubringen?<br> <br> Podiumsdiskussion mit Gästen aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien<br> <br> Moderation:<br> <b>Walter Kaufmann</b>, Leiter des Regionslabüros Südkaukasus der Heinrich- Böll-Stiftung (Tbilisi)