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Gespräch

Montag, 17. April 2023 10.30 – 12.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Gespräch

Keine Angst vor leeren Museen oder: vom Mythos der Aufklärungs-Sammler

Restitutions-Governance im europäischen Vergleich

*** Bitte beachten Sie, dass das Werkstattgespräch auf Englisch stattfindet***

 

In Europa wird die Rückgabe von unrechtmäßig angeeigneten "Objekten" aus ehemals kolonisierten Gesellschaften langsam aber zunehmend als unverzichtbarer Schritt für eine neue Beziehungsethik erkannt. Einige europäische Staaten haben bereits wichtige Entscheidungen getroffen, um den Restitutionsprozess einheitlich zu regeln und die Ursprungsgemeinschaften zu unterstützen. Das belgische Parlament hat im letzten Jahr ein entsprechendes Gesetz verabschiedet; in Frankreich wird ein solches vorbereitet. Die Niederlande haben ein wissenschaftliches Restitutions-Komitee eingerichtet. Andere Mitgliedstaaten lassen sich jedoch nicht auf das Thema ein. So stimmte die portugiesische Nationalversammlung im Jahr 2020 gegen einen Gesetzentwurf, der die Rückgabe von Kunstwerken an ehemalige Kolonien vorsah. Die Europaabgeordnete Salima Yenbou hingegen will die Rückführung von Kunstwerken zu einer europäischen Angelegenheit machen und fordert Europäische Leitlinien.

Wo steht die deutsche Restitutions-Governance im europäischen Vergleich? Wodurch entsteht der Eindruck, in Deutschland werde mehr „gemacht“ denn verregelt. Stimmt das eigentlich?

Das erste Werkstattgespräch will diese Themen ergebnisoffen mit sachkundigen Personen aus Wissenschaft, Museen, Politik und Verwaltung erörtern. Eine Diskussion und Bewertung der existierenden Beschlüsse und institutionellen Strukturen (insbesondere im Hinblick auf Kontaktstelle und Eckpunktepapier zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten) im europäischen Vergleich kann ggf. dazu führen, praxisnahe Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der deutschen Restitutions-Governance zu formulieren.


Input

  • Prof. Dr. Andreas Mehler und Dr. Richard Legay (Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg)

Kommentierung

  • Prof. Marie-Sophie De Clippele, Université Saint-Louis, Brüssel
  • Dr. Alexander Herman, Institute of Art & Law, Builth Wells

und anschließender Diskussion

Moderation: Dr. Thomas Fues

Kontakt:
Maria Kind, Referentin Afrika
E kind@boell.de

Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Englisch