Mädchenfußball in Turmus Ayya im Westjordanland Ein palästinensisches Mädchen kickt am 28. Juni 2026 auf einem Feld in Turmus Ayya im besetzten Westjordanland einen Fußball.. Urheber/in: IMAGO / Middle East Images. All rights reserved.

Podiumsdiskussion

Mittwoch, 18. November 2026 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

(K)eine Zukunft in Palästina?

Wie junge Menschen im Westjordanland und im Gazastreifen in die Zukunft blicken

Knapp zwei Drittel der etwa 5,5 Millionen Palästinenser*innen im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem sind unter 30 Jahre alt. Sie durften noch nie in ihrem Leben wählen gehen – die letzten Parlamentswahlen in Palästina fanden 2006 statt. Auch bei den israelischen Wahlen im Oktober konnten sie nur zuschauen, obwohl der Wahlausgang sich auch auf ihren Alltag auswirkt. Die seit 1967 andauernde israelische Besatzung, die der Internationale Gerichtshof (IGH) als völkerrechtswidrig eingestuft hat, schränkt ihr Leben, ihre Rechte und ihre Freiheiten massiv ein. Im Gazastreifen ist die Realität noch verheerender: Ein Großteil der Infrastruktur ist zerstört, viele Menschen leben in temporären Zeltlagern und sind regelmäßigen Angriffen der israelischen Streitkräfte ausgesetzt. 

Für die junge Generation Palästinas ist dies die bittere Normalität. Viele Kinder und Jugendliche kennen gar keine friedlicheren oder besseren Zeiten mehr. Sie haben kaum selbst erlebt, wie demokratische Beteilung jenseits von zivilgesellschaftlichen Initiativen aussehen kann. Ihre persönlichen Erfahrungen sprechen dem Ansatz einer Verhandlungslösung mit Israel und dem Versprechen von Oslo auf einen eigenen Staat Hohn. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist in den Augen vieler junger Menschen eine korrupte Komplizin Israels, die den Status quo mit aufrechterhält. Vor dem Hintergrund tiefer Frustration und mangelnder Perspektiven gewinnen die radikalen und kompromisslosen Versprechen der Hamas für einen Teil der Jugend an Attraktivität. 

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 hat sich die Situation für junge Menschen in Palästina noch einmal dramatisch verschärft. Im Westjordanland führte der Verlust von Arbeitserlaubnissen in Israel zu einer massiven Wirtschaftskrise. Vor allem unter jungen Palästinenser*innen schoss die Arbeitslosenquote in die Höhe. Sie liegt aktuell bei rund 41 Prozent. Hinzu kommen die massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit durch israelische Checkpoints, der eskalierende Siedlerterrorismus und die gezielte Vertreibung ganzer Gemeinschaften im Westjordanland. Im Gazastreifen, wo der IGH und andere Expert*innen es für plausibel halten, dass Israels Vorgehen gegen die Völkermordkonvention verstößt, ist die Lage noch dramatischer. Junge Menschen sind vom Tod von Angehörigen und Freund*innen, schweren Verletzungen, mehrfacher Vertreibung und tiefen Traumata gezeichnet. Jegliche Perspektiven auf Bildung, Arbeit oder gar auf ein würdevolles Leben sind für die meisten vollständig implodiert.

Wie prägen die Erfahrungen von Krieg, Vertreibung und Besatzung die Identität und die Zukunftsaussichten junger Palästinenser*innen? 
Wie blicken sie auf die aktuellen Entwicklungen im Westjordanland und im Gazastreifen? 
Welche Handlungsspielräume und Aktionsmöglichkeiten bleiben der jungen Generation angesichts politischer Ohnmacht? 
Wo und wie suchen junge Palästinenser*innen heute nach einer besseren, lebenswerten Zukunft? 
Was können Deutschland und Europa beitragen, um jungen Menschen in Palästina wieder eine Perspektive zu geben?

Mit:

  • Dalia Qumsieh, Anwältin, Gründerin und Direktorin der Balasan Initiative for Human Rights (BIHR) in Bethlehem
  • Issa Amro, Menschenrechtsaktivist und Gründer von Youth Against Settlements (YAS) in Hebron

Moderation: Bauke Baumann, Nahost-Referent, Heinrich-Böll-Stiftung

Die Veranstaltung findet auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt.

Information:    
Bauke Baumann, Referent Israel, Palästina, Jordanien, Iran, Heinrich-Böll-Stiftung, 
E-Mail baumann@boell.de  
Telefon +49(0)285 34 -321

Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin

Barrierefreiheit
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung
Livestream
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Teilnahme vor Ort im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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