Montag, 17. Juli 2006 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Kinder kriegen mehr...? Warum Frauen und Männer (keine) Kinder haben wollen?

Reihe: Gender Lectures

Der stille, aber überaus wirkungsmächtige Gebärstreik - zunächst der westdeutschen und nach der Wende auch der ostdeutschen Frauen - hat dazu geführt, dass die Themen Kinder, Familie und Vereinbarkeit von Beruf und Familie seit einiger Zeit ins Zentrum medialer und politischer Aufmerksamkeit gerückt sind und längst nicht mehr als "weiche" Themen belächelt werden.<br> <br> Wenn inzwischen ca. 35 Prozent aller Akademikerinnen hier zu Lande zeitlebens kinderlos bleiben und auch in anderen sozialen Gruppen zunehmend auf Kinder und Familie zugunsten anderer Lebensformen verzichtet wird, liegen die Ursachen in einer fehlenden Geschlechtersolidarität im privaten wie im öffentlichen Raum und in der flächendeckenden Alltagsvergessenheit männlicher Entscheidungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Es fehlt an flexiblen und verlässlichen familienergänzenden Infrastrukturen und Diensten, an der Bereitschaft, Müttern eine eigenständige Berufskarriere zu ermöglichen und eine aktive Vaterschaft strukturell zu unterstützen.<br> <br> Der Vortrag lotet die Ursachen der zunehmenden Kinderlosigkeit aus, die sich inzwischen auch unter qualifizierten Männern verbreitet, und entwickelt Perspektiven einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft, die zu neuen Balancen von Beruf und Familie im Alltag und entlang des Lebenslaufs finden muss.<br> <br> <b>Mit</b>:<br> <b>Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe</b>, Universität Gießen<br>