Diskussionsreihe

Dienstag, 04. Mai 2021 18.00 Uhr – Dienstag, 25. Mai 2021, 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Diskussionsreihe

Lesekreis: Hannah Arendt

„Die Freiheit, frei zu sein“

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Was ist Freiheit und was bedeutet es eigentlich, frei zu sein? Besteht Freiheit darin, zu wählen „welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen“ (aus: Keine Macht für Niemand; Ton, Steine, Scherben, 1972) oder „Ist es die Freiheit, Sklave zu sein, oder die Freiheit, frei zu sein, auf die wir stolz sind?“ (Thoreau, 1863).

Der Frage nach der Freiheit stellt sich auch Hannah Arendt in ihrem Essay „Die Freiheit, frei zu sein“ (2018, erstmals 1966/67) und eröffnet diesen mit dem Satz: „Mein Thema heute ist, so fürchte ich, fast schon beschämend aktuell.“ Und in einer Zeit, in der in verschiedenen Teilen der Welt wieder Demagogen und Diktatoren das Zepter in die Hand nehmen, scheint diese „Flucht aus der Demokratie als Flucht vor der Freiheit“ eine immer noch aktuelle Problemstellung zu sein. Jedenfalls wurde das 50seitige Buch innerhalb kürzester Zeit über 50.000-mal verkauft. Der Essay wird in verschiedenen Rezensionen als pointiert herausgearbeitete Zusammenfassung einiger Thesen aus den großen Werken wie "Über die Revolution" oder "Vita activa" beschrieben und eignet sich gut als erster Einstieg in das Denken Arendts.

Wir wollen diese Zeilen gemeinsam betrachten und nachvollziehen, welchen Freiheitsbegriff Arendt darin vorstellt. Warum wendet sie sich gegen die philosophische Perspektive der Singularität von einer Freiheit als „ich will“ und ersetzt diese, wie schon in ihrer „Vita activa“, gegen eine Perspektive im Sinne der Handlungsfreiheit im Plural mit „wir können“? Wie begründet sie ihre Reflexion des Freiheitsbegriffs als politischer Praxis im Kontext der Analyse des Revolutionsbegriffs, den sie (erneut) aus einer Differenz zwischen der Französischen und der Amerikanischen Revolution herleitet und: was bedeutet diese programmatische Schrift für unser heutiges Demokratieverständnis? Was bedeutet das Verständnis einer produktiven Freiheit der Selbstbestimmung (als nicht nur Rechte haben, sondern Rechte gestalten) für unsere politische Praxis? Arendts Antwort lautet: nur eine Politik als öffentliche Angelegenheit könne Freiheit garantieren.

Im Rahmen der gemeinsamen Lektüre wollen wir in 4 Einheiten á 2 Stunden ihren Gedanken folgen und im Kontext historischer und aktueller Fragestellungen betrachten. Geplant ist, den gesamten Text zu lesen. Dazu werden wir sowohl zwischen den Terminen Abschnitte zuhause als auch gemeinsam in den Online-Sitzungen lesen. Die Teilnahme ist kostenlos, wir empfehlen allerdings die Anschaffung des Taschenbuchs (8 Euro).

Mit: Laura Schumann und Dirk Reinink

Der Lektürekurs richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die Lust haben, mit uns einen Einstieg in das philosophische Denken Arendts zu wagen. Es werden keine philosophischen Vorkenntnisse benötigt. Die Anmeldung gilt für alle vier Sitzungen. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen. Wegen der Teilnahmebegrenzung bitten wir nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.

Die Termine sind:
Dienstag, 04.05.2021, 18h – 20h
Dienstag, 11.05.2021, 18h – 20h
Dienstag, 18.05.2021, 18h – 20h
Dienstag, 25.05.2021, 18h – 20h

Der Workshop findet per Zoom statt. Die Zugangsdaten werden rechtzeitig vor Workshopbeginn bekannt gegeben.


Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch