Freitag, 21. September 2007 – Samstag, 22. September 2007 In meinem Kalender speichern

Konferenz: queer leben

Lebst du schon `queer`? Oder fragst du dich noch immer, was sich eigentlich hinter `queer` verbirgt bzw. wie sich `queeres Leben` gestaltet. Trotz des Einzugs von `queer` in den Mainstream der Medien und Kultur erahnen zwar die meisten, um was es sich handeln könnte, aber  schlagen sich mit der ein oder anderen Unsicherheit herum, wenn es heißt `Queer in Berlin` oder `Queer as Folk`. Im Rahmen der Konferenz zum Thema `queer leben` sollen Barrieren abgebaut und Perspektiven eröffnet werden, um eventuell eine unverstellte Sicht auf den Begriff und das sich dahinter verbergende Leben zu erhalten. Also raus aus der Nischenexistenz und hinein ins bunte Leben!

Hintergrund:
Die Idee zu der Konferenz `queer leben` entstand durch die produktive Arbeit der Teilnehmer_Innen des Projekttutoriums `Queere Räume` im Wintersemester 2006/07 an der Humboldt Universität zu Berlin. Der maßgebliche Schwerpunkt der inhaltlichen Auseinandersetzung im Projekttutorium galt der Frage nach Möglichkeiten praktischer Umsetzung der `Queer Theory`, die wir versucht haben sowohl aus dem aktuellen Forschungsstand, als auch aus den Aktivitäten der `queeren` Subkultur heraus zu entwickeln. Die vielfältigen, oft kontrovers diskutierten Ansätze, die Fülle weiterer Fragen, die diese aufwarfen, das Bewusstsein über die Marginalisierung von Menschen, die sich innerhalb der heteronormativen Ordnung nicht plazieren lassen, wollen oder können und die Sanktionen, denen jene Menschen ausgesetzt sind, führte uns zu der Überzeugung, dass es wichtig ist, diese Diskussion in einem größeren und öffentlicheren Rahmen fortzusetzen, nicht zuletzt da die Queer Theory zwar in einigen Nischen der akademischen Bildungslandschaft mehr oder minder Einzug gehalten hat, in der massenmedialen Öffentlichkeit hingegen erst gar keine Beachtung findet.

Wie können queer­theoretische Ansätze praktisch umgesetzt werden, welche Handlungsstrategien werden entworfen, um ein `queeres` Leben zu ermöglichen?
Welchen gesellschaftlichen, z.B. juristischen Einschränkungen unterliegt die radikale Umsetzung queerer Theorien? Wie konsequent kann der Bruch mit der heteronormativen Gesellschaft vollzogen werden, der innerhalb der Theorie eingefordert wird? Ist es überhaupt ein queer­politisches Ziel, das subkulturelle Nischendasein zu überwinden?
Was implizieren die inhaltlichen Aushandlungsprozesse queerer Praxis in Bezug auf Heteronormativität? Wie entstehen diese?

Wir haben das Bedürfnis und Begehren, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle interessierten Menschen genau über diese Dinge austauschen können, in dem neben wissenschaftlichen Ansätzen besonders die Erfahrungen, die sich aus `queeren` Lebensweisen ergeben, reflektiert werden.