Mittwoch, 02. November 2005 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Krise im Niger-Delta

Nigeria zwischen Demokratisierung, Öl-Boom und Gewalt

Das Niger Delta gehört zu den wichtigsten Ölförderregionen der Welt – und ist zugleich eine der am wenigsten entwickelten und konfliktträchtigsten Regionen Nigerias. <br><br> Im November 1995 wurden der nigerianische Bürgerrechtler Ken Saro- Wiwa und acht seiner Mitstreiter, die sich für die Rechte der lokalen Bevölkerung auf Teilhabe und Mitsprache am Ölreichtum einsetzten, von der damaligen Militärregierung trotz massiver internationaler Proteste hingerichtet. <br><br> Heute – 10 Jahre danach – befindet sich Nigeria in einem schwierigen demokratischen Transitionsprozeß. Der gegenwärtige Rohöl-Preisboom birgt gleichermaßen Chancen und Risiken. Das Niger Delta ist eine ökologische und politische Krisenregion geblieben: <br><br> Zwar wurden die Rückflüsse aus den Erdöleinnahmen in die Region drastisch erhöht, und spezielle Entwicklungsagenturen wurden eingerichtet. Auch die Ölfirmen –vor 10 Jahren noch in fragwürdigen Beziehungen mit dem damaligen Militärregime verbunden- leisten inzwischen durch corporate social responsibility-Programme verstärkt Entwicklungsbeiträge.<br><br> Doch kommen die dadurch mobilisierten Ressourcen, verbreiteten Wahrnehmungen zufolge, vor allem lokalen politischen Eliten zugute und heizen Konflikte vielfach eher weiter an, als dass sie sie lösen. Die sozialen Spannungen sind gewachsen. Militante Gruppen in der Grauzone zwischen politischem Aktivismus und Kriminalität tragen zu einem Klima permanenter Unsicherheit und Gewalt bei. Heute befindet das Niger Delta sich im Zustand eines unerklärten Bürgerkriegs, der zahlreiche unübersichtliche Frontlinien hat.<br><br> Mit dieser Veranstaltung informiert die Heinrich Böll Stiftung über die aktuelle Situation im Niger Delta und nigerianische Lösungsansätze zur Beilegung der Krise.<br><br> Mit:<br> <b>Ibiba DonPedro</b>, Journalistin; Port Harcourt, Rivers State, Nigeria<br> <b>Isaac Osuoka</b>, Environmental Rights Action / Oilwatch Africa; Port Harcourt, Nigeria<br> <b>Ben Naanen</b>, Movement for the Survival of the Ogoni People, Historiker, Nigeria<br> Moderation: <b>Axel Harneit- Sievers</b>, Leiter hbs-Büro Lagos, Nigeria<br> Begrüßung: <b>Antonie Nord</b>, Referentin Afrika, hbs Berlin