- Mittwoch, 26. Oktober 2005 20.00 – 23.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Kultur versus Freihandel
Was kann eine UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt bewirken?
Podiumsdiskussion mit:<br><br>
<b>Monika Grütters</b>, Mitglied des
deutschen Bundestages, <b>Florian
Koerner von Gustorf </b>
(Filmproduzent, Schramm-Film), <b>Dani
Levy </b> (Filmregisseur), <b>Christine
M. Merkel </b>
(Deutsche UNESCO-Kommission,
Referentin für Kultur und Kommunikation),
<b>Hans-Heinrich Wrede</b>,
(Botschafter und
Ständiger Vertreter Deutschlands bei der
UNESCO), Moderation:<b> Hansjürgen
Rosenbauer </b>(Professor an der
Kunsthochschule für
Medien, Köln; Mitglied des Medienrats
Berlin/Brandenburg). Begrüßung:
<b>Hans
Helmut Prinzler</b>
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Staatliche Subventionen, z.B. für Filme,
bewirken Wettbewerbsverzerrungen. Ist
dies für kulturelle Güter und
Dienstleistungen zu rechtfertigen? Nein:
"kultureller Artenschutz" bevormundet die
Bürger, sagen die einen. Ja: jedes Land
hat ein Recht auf eigene Bilder und
Geschichten, sagen die anderen, u. a. Wim
Wenders: "Dieses Recht gilt es zu
verteidigen. Für ganz Europa und damit für
jede kleine Nation. Es wäre verheerend, im
Rahmen eines neuen Handelsabkommens
darauf zu verzichten."
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Dieser Streit wird derzeit innerhalb der
UNESCO ausgefochten: Anfang Juni
einigten sich Vertreter von 120 UNESCO-
Mitgliedsstaaten auf den Entwurf einer
Konvention zu "Schutz und Förderung der
Vielfalt kultureller Ausdrucksformen".
Ziel dieser "Magna Charta der
Kulturpolitik" ist es, den Trend zu globaler
Vereinheitlichung und Standardisierung in
der Kultur zu bremsen: Anders als bei
normalen Handelsgütern sollen bei
kulturellen Gütern und Dienstleistungen
Regelungen zum Schutze und zur
Förderung von Vielfalt international
anerkannt werden. <br><br>
Der Entwurf wird der Generalkonferenz der
UNESCO im Oktober zur Entscheidung
vorgelegt. Noch ist nicht sicher, ob dieser
die erforderliche Zweidrittelmehrheit
erhalten wird. Die Vertreter wichtiger
Staaten, u.a. der USA und Australiens,
haben den Entwurf heftig kritisiert.
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