Montag, 04. April 2011 18.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Landtagswahlen unter Protest - Baden-Württemberg hat gewählt

Das Super-Wahljahr 2011 hat Bündnis 90/ Grünen einen fulminanten Auftakt beschert. In Baden-Württemberg lagen sie mit 24 % vor der SPD. Nach 58 Jahren CDU-Regierung werden sie in einer grün-roten Koalition erstmalig den Ministerpräsidenten stellen. Die Atom-Katastrophe in Japan wird hierfür den Ausschlag gegeben haben. Aber schon davor war die politische Stimmung im Ländle brisant.  

Die Anti-AKW-Proteste mobilisierten seit Herbst. Insbesondere aber die Proteste um Stuttgart 21, ihre Eskalation und die innovative Schlichtung hatten – nach dem Hamburger Volksentscheid vom Sommer 2010 - dem öffentlichen Räsonieren über einen angeblichen Demokratieverdruss eine neue Ausrichtung gegeben.
`Der Wahlausgang war noch nie so offen`, so Wahlforscher Thorsten Faas, der an der Uni Mannheim seit Dezember die „Baden-Württemberger Wahlstudie“ durchführte.

Wer hat warum wie gewählt, und was wie wird es weitergehen in Baden-Württemberg?
Speziell interessiert uns die Resonanz der Stuttgart-21-Proteste im Wahlergebnis, die Wahrnehmung des durch die Katastrophen in Japan grausam aktualisierten Atomkraft-Themas sowie Prognosen zur Zukunft einer offensiv partizipativen Demokratie. Und wo stehen die Grünen in Baden-Württemberg: War der grüne Höhenflug eine bloße Konjunkturwelle, oder liegen ihm stabilere, auf mittlere Dauer belastbare Entwicklungen zugrunde - und welche Herausforderungen stellen sich den Grünen auf dieser Grundlage?

Mit:
  • Prof. Thorsten Faas, Wahlforscher, Universität Mannheim
  • Ingrid Hönlinger, MdB, Bündnis90/Die Grünen, Wahlkreis Ludwigsburg
  • Hannes Koch, Die Korrespondenten
  • Oliver Sartorius, TNS Infratest
  • Moderation: Anne Ulrich, Heinrich-Böll-Stiftung