Dienstag, 19. März 2013 19.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Legende vom Glück des Menschen

Buchvorstellung und Gespräch

Fast 20 Jahre nach der Wende findet die Erzählerin Ina Endes im Nachlass des Großvaters einen Fotoband von 1968: «Vom Glück des Menschen», komponiert und betextet u.a. von Karl Eduard von Schnitzler. Die Anmaßung eines politisch verordneten Glücks wird zum Ausgangspunkt einer Familienrecherche. Ina rekonstruiert, wie sich ihre Großeltern vor dem Zweiten Weltkrieg kennenlernten, heirateten und sich nach Kriegsende fast wie Fremde wiederbegegneten. Sie stellt Vermutungen über die glücklichen Momente im Leben der Eltern an und befragt die eigenen Erinnerungen an ihre Kindheit in der DDR. `Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sie sich erinnern.` Ina erscheint es glaubwürdiger, vom Vergessen auszugehen.

Für ihren Roman überschreibt Peggy Mädler je ein Kapitel aus dem Propagandaband mit `Legenden` aus der Familiengeschichte ihrer Erzählerin. So entstehen die `Legende vom Glück der Arbeit`, die `Legende vom Glück des Miteinanders` und plötzlich wird klar: Ob und wie Menschen das Glück finden, hat weniger mit den Rahmenbedingungen zu tun, als mit persönlichen Begegnungen, kleinen Gesten und Zufällen. Die besten Geschichten schreibt nicht die Geschichte, sondern das Leben selbst.

Peggy Mädler, 1976 geboren, ist ehemalige Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung, Autorin und freie Dramaturgin.