Podiumsdiskussion Freitag, 15. April 2016 /
Erfurt

Leichte Sprache für eine inklusive Gesellschaft

Vortrag und Podiumsdiskussion

Datum, Uhrzeit
Fr., 15. Apr. 2016,
17.30 – 19.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Teilnahmegebühren
Ticket Created with Sketch.
kostenlos
Veranstalter/in
Landesstiftung Thüringen

Der Anspruch einer inklusiven Gesellschaft sollte es sein, die Teilhabe aller Menschen in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Und: Eine inklusive Gesellschaft muss sich der Rolle von Sprache im Alltag der Menschen mit besonderen sprachlichen Bedürfnissen bewusst sein.

Für Menschen, die von Behinderung oder Lernschwäche betroffen sind, stellt sich die Frage nach dem Zugang zu Wissen und Informationen zuerst. Aber auch Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, brauchen Leichte Sprache um Informationen besser verstehen zu können.

In Deutschland gibt es etwa 7,5 Mio. Menschen, die kaum bzw. gar nicht lesen und schreiben können. In Thüringen leben davon etwa 200.000 Analphabeten. Für sie ist Leichte Sprache eine wichtige Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Von der Anwendung Leichter Sprache über den sozialen Bereich hinaus ist Deutschland jedoch noch weit entfernt. In einigen europäischen Ländern ist man mit der Umsetzung schon deutlich weiter. Finnland ist dafür ein gutes Beispiel.

In ihrem Vortrag wird Leealaura Leskelä, Leiterin des Finnischen Zentrums für Leichte Sprache in Helsinki über den Stand Leichter Sprache in Finnland berichten.

„Wollen wir in Finnland oder in Deutschland Inklusion durch Leichte Sprache fördern, müssen wir unsere Gesellschaften einem Test von ‚Erreichbarkeit‘ unterziehen“, so Frau Leskelä.

Gibt es in Bibliotheken Goethe, Schiller oder Elfriede Jelinek in Leichter Sprache? Wo im Web kann man  in Leichter Sprache Nachrichten lesen? Wo werden beispielsweise die neuesten Beleidigungen von Präsidentschaftskandidat Trump, der Dopingskandal von Russland oder die katastrophale Flüchtlingssituation in Griechenland in Leichter Sprache erklärt? Gibt es leichtsprachige Applikationen in den Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram? Oder bietet zum Beispiel das Schiller-Museum Bauerbach in Thüringen auch leichtsprachige Führungen für MuseumbesucherInnen an?

Dies könnten Fragen sein, um zu testen, wie erreichbar und offen unsere Gesellschaften überhaupt sind.

Im Anschluss kommen Dr. Gisela Schröter (Fachberaterin Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesverband Thüringen e.V.), Stefan Engel (Vorsitzender der LAG Werkstatträte Thüringen), Axel Stellmacher (Gesamtleiter CJD Thüringen e.V.) und Heiko Schneider (Experte für Leichte Sprache), Astrid Rothe-Beinlich (MdL Bündnis 90/ Die Grünen, Parlamentarische Geschäftsführerin und bildungspolitische Sprecherin) mit Leealaura Leskelä ins Gespräch.

Die Leitfragen für die Gesprächsrunde sind:

Wie bekommen Menschen mit Benachteiligung Zugang zur Leichten Sprache? Welche gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen sind dafür nötig? Welche Hindernisse für die Gleichberechtigung aller Menschen gibt es in Deutschland? Und kann Finnland ein Vorbild für eine erfolgreiche Umsetzung der Leichten Sprache sein?

Moderation: Dr. Bettina M. Bock, Institut für Germanistik der Universität Leipzig

Datum: 15.04.2016, 17:30 – 19:30 Uhr

Ort: Kulturforum Haus Dacheröden, Anger 37, Erfurt

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