- Dienstag, 22. September 2009 19.30 – 23.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Letters to the President
Film und Gespräch - Grenzen und Spielräume für FilmemacherInnen im Iran
Letters
to the President
R: Petr Lom, Iran/Kanada 2009, Dok, 74 min, BetacamSP, OmU
Zehn Millionen Briefe haben die Iraner laut offiziellen Angaben an ihren Präsidenten Ahmadinejad seit dessen Amtsantritt 2005 geschrieben. Briefe, voll von verzweifelter Hoffnung. Eine Hoffnung, die Ahmadinejad mit seinen Reden und Versprechungen immer neu schürt. Und jeder kennt jemanden, dessen Brief in dem eigens dafür eingerichteten Zentrum gelesen, geprüft, schließlich beantwortet wurde. Der Film hört allen zu: Denen, die sich in einem Satz gleich selbst widersprechen. Denen, die aus Angst mit vielen Worten nichts sagen. Denen, die offene Kritik an Misswirtschaft, Regime und Kleidervorschriften üben. Der Regisseur Petr Lom, dem es als einzigem Ausländer gestattet war, den Präsidenten auf einigen seiner Reisen in die iranische Provinz zu begleiten, entwickelt die Momentaufnahme eines Landes, in dem sich die Menschen Sorgen machen: über die Lebensmittelpreise, die Amerikaner, die Stromversorgung, den Weg ins Paradies. LETTERS TO THE PRESIDENT zeigt, wie Irans Präsident die Massen vor den letzten Wahlen manipuliert hat. Ahmadinedschad entlarvt sich in diesem Film selbst. Es passiert in diesem Film aber auch das Gegenteil, weil er auch Iranerinnen und Iraner zeigt, die ihrem Führer vertrauen, weil er die Teilung der Gesellschaft, die dramatische wirtschaftliche Lage sehr vieler einfacher Leute und die gefährliche Vermischung von Religion und Nationalismus zeigt, weil er ein Land zeigt, in dem Pragmatismus, religiöse Praxis, politische Strategie und gezielte Manipulation Teil desselben Systems sind. Deshalb und auch weil der Film natürlich zwangsläufig in Kooperation mit der iranischen Regierung entstanden ist, war und ist der Film in der Öffentlichkeit umstritten - ein guter Anlass, um nach dem Film über Spielräume und Grenzen von Filmemacherinnen und Filmemachern im Iran und um den Iran zu sprechen.
R: Petr Lom, Iran/Kanada 2009, Dok, 74 min, BetacamSP, OmU
Zehn Millionen Briefe haben die Iraner laut offiziellen Angaben an ihren Präsidenten Ahmadinejad seit dessen Amtsantritt 2005 geschrieben. Briefe, voll von verzweifelter Hoffnung. Eine Hoffnung, die Ahmadinejad mit seinen Reden und Versprechungen immer neu schürt. Und jeder kennt jemanden, dessen Brief in dem eigens dafür eingerichteten Zentrum gelesen, geprüft, schließlich beantwortet wurde. Der Film hört allen zu: Denen, die sich in einem Satz gleich selbst widersprechen. Denen, die aus Angst mit vielen Worten nichts sagen. Denen, die offene Kritik an Misswirtschaft, Regime und Kleidervorschriften üben. Der Regisseur Petr Lom, dem es als einzigem Ausländer gestattet war, den Präsidenten auf einigen seiner Reisen in die iranische Provinz zu begleiten, entwickelt die Momentaufnahme eines Landes, in dem sich die Menschen Sorgen machen: über die Lebensmittelpreise, die Amerikaner, die Stromversorgung, den Weg ins Paradies. LETTERS TO THE PRESIDENT zeigt, wie Irans Präsident die Massen vor den letzten Wahlen manipuliert hat. Ahmadinedschad entlarvt sich in diesem Film selbst. Es passiert in diesem Film aber auch das Gegenteil, weil er auch Iranerinnen und Iraner zeigt, die ihrem Führer vertrauen, weil er die Teilung der Gesellschaft, die dramatische wirtschaftliche Lage sehr vieler einfacher Leute und die gefährliche Vermischung von Religion und Nationalismus zeigt, weil er ein Land zeigt, in dem Pragmatismus, religiöse Praxis, politische Strategie und gezielte Manipulation Teil desselben Systems sind. Deshalb und auch weil der Film natürlich zwangsläufig in Kooperation mit der iranischen Regierung entstanden ist, war und ist der Film in der Öffentlichkeit umstritten - ein guter Anlass, um nach dem Film über Spielräume und Grenzen von Filmemacherinnen und Filmemachern im Iran und um den Iran zu sprechen.