Mittwoch, 28. Januar 2009 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Mittwochsgesellschaft mit Reinhard Bütikofer

Klimakrise, Finanzkrise, Wirtschaftskrise – Grüne Politik in Europa

Im Jahr 2007 drang der von vielen Experten lange prognostizierte Klimawandel ins öffentliche Bewusstsein. Im Jahre 2008 brachen die Finanzmärkte zusammen – von wenigen Experten prognostiziert, aber von vielen herbeigeführt. 2009 drohen Branchen, ja ganze Volkswirtschaften zu kollabieren und lassen Marktradikale die Staatswirtschaft lieben lernen. Selten gab es mehr Krisen in so kurzer Zeit – und doch bieten nationale Regierungen trotz tiefbesorgter und wildentschlossener Rhetorik und Milliardensummen kaum mehr als eine Kur an Symptomen: eine Mischung aus weißer Salbe (Steuerentlastungen), kurzsichtigen Rettungsaktionen (Automobilindustrie) und halben Sachen (Renovierung von Bildungseinrichtungen). An eine Renovierung von Finanz-, Wirtschafts- und Bildungssystemen wagen sich nur wenige, Nachhaltigkeit, ökologischer Umbau, qualitatives Wachstum werden auf übermorgen verschoben.
Statt in das grassierende 'Rette sich, wer kann' einzustimmen (um am Ende auf Kosten anderer so weiterzumachen zu können wie bisher), sollten diese Krisen den Blick für die Chancen schärfen, die in nachhaltigem Wirtschaften, in einer weltweit regulierten, gerechten Finanzwirtschaft und in einer globalen Anstrengung, endlich in klima- und ressourcenschonende Kreisläufe einzutreten, liegen.
 
In den USA ist überall zu lesen: Go green. Acht lange Jahre waren die USA nicht auf der Höhe der Zeit - sind wir in Europa und in Deutschland es noch?
 
Als Gast haben wir Reinhard Bütikofer eingeladen. Er war bis Ende 2008 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und wird demnächst im Europäischen Parlament grüne Politik für Europa machen. Fragen wir ihn, welche Chancen die Chance in der Krise hat.

Moderation: Inka Thunecke und Joachim Gessinger
Veranstalter*in
Landesstiftung Brandenburg