Diskussionsabend Freitag, 05. März 2021

Myanmar nach dem Militärputsch - Hintergründe und Perspektiven

Hat sich das Militär mit der falschen Generation angelegt?

Datum, Uhrzeit
Fr., 05. März 2021,
19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Myanmar - ein Land, das für seinen Demokratisierungsprozess international erst bejubelt wurde, und dann aufgrund des Rohingya-Genozids weltweit in starke Kritik geriet. Nach dem Militärputsch zeigt die Bevölkerung aber, dass sie es nicht so einfach hinnimmt, nach zehn Jahren der Öffnung wieder in die düsteren Zeiten einer Militärdiktatur zurückzukehren. Die schon zuvor regierende Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (NLD) gewann bei den Wahlen im November 2020 die übergroße Mehrheit der Stimmen, so dass die Wahlberechtigten Myanmars für eine Fortsetzung des demokratischen Weges votierten. Nun wurden zahlreiche Politiker*innen, Aktivist*innen und Intellektuelle festgenommen, das Militär versucht, die Bevölkerung von sozialen Medien und Kommunikationsplattformen abzuschneiden und geht gegen friedlich Demonstrierende teilweise auch mit Gewalt vor. Das Militär scheint die massiven, mutigen und kreativen Proteste der jungen Generation aber unterschätzt zu haben. Und die Demonstrierenden wollen nicht nur, dass das Militär die Macht abgibt, sondern auch endlich eine wirklich demokratische Verfassung, die dem Militär nicht mehr automatisch ein Viertel der Parlamentssitze zuspricht. Da das Militär aber eisern an seiner Macht festhält und die Protestierenden entschlossen bleiben, entwickelt sich eine gefährliche Dynamik und es bleibt die große Frage, wohin dies alles wohl führen mag.

Die Referentin wird neben einer Einordnung der aktuellen Geschehnisse in Myanmar auch einen vertieften Einblick in die Geschichte des Landes und die politischen Entwicklungen der letzten Jahre geben.

Nyein Chan May wurde 1995 in Yangon (Myanmar) geboren und studiert momentan an der Universität Würzburg Politikwissenschaft und Soziologie. Während ihres Deutsch-Studiums in Yangon hat sie die Studentenunion der Hochschule mitgegründet, für das Human Rights Film Festival Myanmar gearbeitet und setzt sich für politische Bildung und bessere Bildungsgesetze in Myanmar ein. Seit dem Militärputsch engagiert sie sich in der Initiative "German Solidarity with Myanmar Democracy".

Dem Vortrag folgt eine offene, interaktive Diskussionsrunde, moderiert von Micky Haque.

Die Veranstaltung findet per Zoom statt. Für die Teilnahme benötigen Sie einen Computer und eine stabile Internetverbindung. Die Zugangsdaten werden rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn bekannt gegeben.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.