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Podiumsdiskussion

Donnerstag, 08. Oktober 2026 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Mythos „Saubere Schutztruppe“

Koloniale Gewalt und ihre Nachwirkungen

Die Veranstaltung findet im Miriam Makeba Saal des Berlin Global Village, Am Sudhaus 2 in 12053 Berlin statt.

Die deutsche Kolonialherrschaft war von militärischer Gewalt, Zwang, rassistischer Hierarchisierung und ökonomischer Ausbeutung geprägt. Bis heute wirken diese Erfahrungen in Erinnerungskulturen, Familiengeschichten und öffentlichen Debatten in Gesellschaften fort, die unter deutscher Kolonialherrschaft standen. Zu den zentralen Akteuren dieser Gewaltherrschaft zählten die sogenannten Schutztruppen. 

So wie die Erzählung von der „sauberen Wehrmacht“ die gewaltvolle Kriegsführung und die Verstrickung der Soldaten und Offiziere in die nationalsozialistischen Verbrechen lange überdeckte, hält sich in Deutschland bis heute auch der Mythos einer „sauberen Schutztruppe“. Die Veranstaltung fragt danach, wie solche Narrative koloniale Gewalt verharmlosen und Erinnerung, Aufarbeitung und politische Verantwortung behindern.

Am Beispiel von Tansania und Kamerun werden unterschiedliche Perspektiven auf koloniale Gewalt, lokale Formen des Gedenkens und ihre politischen Deutungen in der Gegenwart diskutiert. Ausgangspunkt ist die Einsicht, dass koloniale Herrschaft nicht als abgeschlossenes historisches Kapitel verstanden werden kann, sondern als Geschichte mit fortwirkenden sozialen, symbolischen und institutionellen Folgen hier wie dort.

Wie verhalten sich militärische Gewalt und Erinnerung zueinander? Welche Rolle spielen wissenschaftliche Forschung, zivilgesellschaftliche Initiativen und staatliche Institutionen – und welche Formen der Aufarbeitung, des Gedenken und der politischen Verantwortung sind heute möglich und werden von den Nachkommen erwartet?

Mit 

  • Dr. Nancy Rushohora, Archäologin / Heritage-Forscherin, Tansania
  • PhD Bulami Edward Fonyuy, Kulturanthropologe, Restitutionsaktivist und Autor, Kamerun
  • Dr. Christian Stachelbeck, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
  • Dr. Dr. Matthias Häussler, Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum

Moderation: Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg / Universität der Bundeswehr Hamburg

Die Veranstaltung findet in Verbindung mit dem Forschungsprojekt „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880–1918. Ein Kontinuum der Gewalt“ am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr statt.


Kontakt:
Clara Müller
mueller@boell.de 

Fachkontakt: 
Maria Kind
kind@boell.de 

Adresse
Berlin Global Village gGmbH
Am Sudhaus 2
12053 Berlin
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung
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