Podiumsdiskussion

Dienstag, 29. September 2015 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Nach der griechischen Parlamentswahl

Weg frei für ein nachhaltiges Krisenmanagement in Europa?

Mit seinem klaren Sieg bei der Neuwahl des griechischen Parlaments hat Premierminister Alexis Tsipras von der linksnationalen Syriza-Partei ein klares Mandat für seine angekündigte Reformpolitik erhalten. Ob er nun die notwendige gesellschaftliche Unterstützung für eine ökonomische und politische Erneuerung Griechenlands hat und die Widerstände gegen die mit den „Institutionen“ der EU, IWF und EZB Mitte Juli vereinbarten Reformen überwinden kann, muss sich aber noch zeigen, Auch wenn mit dem dritten Hilfspaket der „Grexit“ wieder einmal abgewendet werden konnte, bleibt die Krise in Griechenland weiterhin dramatisch.

Seit 2010 sind die Löhne über 20 Prozent gesunken, ein Drittel der Griechen lebt in Armut und die Jugendarbeitslosigkeit hat die 50 Prozentmarke überschritten. Viele junge Griechen verlassen das Land. Darüber hinaus erreichen täglich hunderte Flüchtlinge griechische Küsten. Die Auffanglager sind überfüllt, es fehlt an Schlafplätzen und Nahrungsmitteln – Griechenlands finanzielle Möglichkeiten scheinen erschöpft. EU-Parlamentspräsident Schulz mahnte unlängst, dass Griechenland nun vor allem humanitäre Hilfe benötige. Mitten in Europa droht ein Land unterzugehen.

Dabei ist die Krise auch längst zur Zerreißprobe für die EU selbst geworden. Nach wie vor herrscht Uneinigkeit darüber, wie europäische Solidarität und nationale Selbstverantwortung zueinander im rechten Verhältnis stehen. Auch die Währungsunion selbst kommt in die Kritik, weil sie die Ungleichheiten zwischen den Mitgliedern verschärfe. Die von Tsirpas direkt nach seinem Wahlsieg geforderte Schuldenerleichterung für Griechenland wird sicherlich neuer Streitapfel werden.

Wir wollen vor dem Hintergrund der griechischen Parlamentswahlen über die Zukunft Griechenlands und der europäischen Währungsunion diskutieren: Welches sind die Ursachen für die ökonomische und politische Krise in Griechenland und wie können diese überwunden werden? Wie kann in Griechenland und in ganz Europa ein nachhaltiger Wachstumsprozess angeregt werden? Welche Rolle hat dabei Deutschland zu spielen? Dabei kommen Gäste aus Griechenland, Großbritannien und Deutschland zu Wort.

Mit:

  • Dr. Henning Meyer, Direktor, New Global Strategy Ltd., London, Großbritannien
  • Prof. George Pagoulatos, Professor für Europäische Politik und Ökonomie, Wirtschaftsuniversität Athen, Griechenland
  • Dr. Ognian Hishow, Wissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutschland
  • Lisa Paus, MdB, Deutschland
  • Moderation: Marlies Uken, Wirtschaftsredakteurin, ZEIT ONLINE, Berlin

 

Hinweis: Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen.


Information:
Claudia Rothe
Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: Rothe@boell.de

Veranstaltungsreihe
Europa Neu Denken
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Teilnahmegebühren
frei