Online-Veranstaltung
- Mittwoch, 13. Mai 2026 13.00 – 14.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Nachgefragt - Gespräche mit unseren Auslandsbüros
Syrien und die kurdische Autonomie seit dem Sturz Assads
Syrien befindet sich seit dem Sturz Assads in einem fundamentalen Umbruch mit vielen Ungewissheiten: Zwischen Hoffnungen auf eine freiheitlichere Gesellschaft und begründeten Ängsten vor neu entflammenden Kämpfen und Repression. Vom Übergangspräsidenten al-Scharaa, ehemals Chef einer Al-Qaida-nahen Miliz, kommen widersprüchliche Signale und Handlungen etwa in Richtung der ethnischen und religiösen Minderheiten, mit Integrationsversprechen einerseits und schweren Menschenrechtsverletzungen durch die syrische Armee andererseits. Anfang dieses Jahres ging die syrische Übergangsregierung besonders gegen die kurdisch-dominierte Selbstverwaltung Rojava im Nordosten Syriens gewaltsam vor.
Rojava war im Schatten des syrischen Bürgerkriegs zunächst mit Billigung des Assad-Regimes entstanden und hatte sich im Gegenzug nicht am Aufstand gegen Damaskus beteiligt. Durch eine Allianz mit dem US-Militär hatten sich seine militärischen Einheiten maßgeblich an der Bekämpfung der IS-Terrormiliz beteiligt und so das Gebiet nach und nach eine Art Autonomiestatus erlangt. Wegen der dort geschaffenen Strukturen galt Rojava international bei vielen Linken und Progressivgesinnten als Bezugspunkt für Demokratisierung und Frauenrechten in der Region. Gleichzeitig stand die Autonomieregierung immer wieder in der Kritik für ihren autoritären Umgang mit Kritikern, die Rekrutierung von Minderjährigen und die Tatsache, dass ihre Kader aus der PKK stammten. Doch die Lage für die Kurd*innen und Rojava war immer äußerst prekär und sie wurden in den letzten Jahren nicht nur von islamistischen Milizen und der der Türkei militärisch zurückgedrängt.
Nun, da der mediale Fokus längst zu den vielen anderen Krisen übergegangen ist, ist die Informationslage über Syrien und Rojava mager in den großen deutschen Medien.
Wie ist die aktuelle Lage für die kurdische Minderheit in Syrien und wie blickt sie auf die Zukunft unter der Übergangsregierung von al-Scharaa? Wie steht es seit dem Sturz Assads um die kurdisch-kontrollierten Gebieten? Was bleibt von den politischen Errungenschaften Rojavas?
Wir sprechen mit Kristian Brakel, Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut (zurzeit in Deutschland) über die neuen Entwicklungen in Syrien.
Mehr zur Person:
Kristian Brakel ist Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut (Libanon), das auch für Syrien und Irak zuständig ist. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen im Libanon ist er aktuell wieder in Deutschland. Zuvor leitete er andere Auslandsbüros der Stiftung, insbesondere jahrelang das Büro Istanbul.
Infos zur Reihe:
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe ‚Nachgefragt - Gespräche mit unseren Auslandbüros‘ im Heinrich-Böll-Stiftungsverbund. In dem Format treffen wir uns in regelmäßigen Abständen mit den Leitungen (oder Mitarbeitenden) der Auslandbüros der Heinrich-Böll-Stiftung, um mit Ihnen auf aktuelle Entwicklungen im jeweiligen Land zu blicken. Als Expert*innen vor Ort ordnen sie die aktuellen Geschehnisse ein und sprechen mit uns darüber, warum die Ereignisse auch für uns von Bedeutung sind.
Wir wollen fragen, wie es um die Welt steht, in der die Demokratie immer stärker unter Druck gerät und der Autoritarismus Aufwind erfährt, aber auch welche Kräfte Zivilgesellschaften entwickeln können. Dabei wollen wir nicht zuletzt diskutieren, was das für uns und Europa bedeutet.
In 30-60 Minuten bietet das Format einen Einstieg in das Thema und ist der ideale Begleiter für die Mittags- oder Kaffeepause oder in den frühen Feierabend hinein.
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▶ Online-Veranstaltung
- Veranstalter*in
- Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
- Sprache
- Deutsch
- Teilnahmegebühren
- kostenfrei