Mittwoch, 14. Oktober 2009 15.00 – 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Nachrichten aus dem „Reich des Bösen“? – Das Chinabild in den deutschen Medien

Öffentliche Podiumsdiskussion

Das China-Bild in den deutschen Medien unterliegt einem tiefgreifenden Wandel, der in den letzten drei bis vier Jahren begonnen hat. Die Zunahme der Intensität der Berichterstattung geht offensichtlich mit einer Veränderung der Berichterstattungsmuster einher. So entfernen sich die gesetzten Themenschwerpunkte zunehmend von der Darstellung erfolgreicher Modernisierung in China und gehen über zur Porträtierung Chinas als ein Land, das Menschrechte und internationale Standards verletzt. 

Im Olympiajahr 2008 stand China besonders im Fokus deutscher Medienberichte, die von chinesischer Seite teilweise als faktisch falsch, unfair und manchmal auch als politisch beeinflusst aufgefasst wurden. Ob diese Vorwürfe berechtigt sind und welche Mechanismen in der Nachrichtenbeschaffung und -verarbeitung für eventuelle Defizite verantwortlich sind, untersucht eine wissenschaftliche Studie, die die Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit der Universität Erfurt und der Universität Duisburg-Essen derzeit erstellt.

Mit Medien- und Chinaexperten sowie Journalisten rekonstruieren und analysieren wir die Debatte und diskutieren, ob es tatsächlich zu einer Verschiebung der Berichterstattungsmuster kam und wie ein konstruktiver Dialog möglich ist.

Mit:
Kai Hafez
- Prof. für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Erfurt
Thomas Heberer - Prof. für Politikwissenschaft, Schwerpunkt Politik Ostasiens, Universität Duisburg-Essen
Stefan Niemann - Abteilungsleiter Ausland und Aktuelles NDR, Hamburg
Zhu Yi - Programmkoordinatorin Medien, Heinrich-Böll-Stiftung, Beijing

Moderation:
Katrin Altmeyer - Leiterin des Chinabüros der Heinrich-Böll-Stiftung in Beijing