Diskussionsabend
- Donnerstag, 05. November 2026 18.30 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Natur und Umwelt in Osteuropa: Imperiale Narben
Der vollumfängliche Krieg Russlands gegen die Ukraine richtet sich weit über militärische Ziele hinaus gegen die Staatlichkeit der Ukraine und die Existenz einer eigenständigen ukrainischen Nation mit ihrem eigenen Kulturraum. Teil dieser Kriegsführung sind auch gezielte Zerstörungen von Natur und Lebensräumen, um Lebensumstände für die Menschen untragbar zu machen und ihnen Zukunftsperspektiven zu rauben. Schwerwiegende langfristige Auswirkungen auf ganze Ökosysteme zeichnen sich ab.
Schwere Schäden an Natur und Umwelt infolge von Industrialisierung und autoritärer Herrschaft sind kein neues Phänomen. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stehen historische Kontinuitäten der Instrumentalisierung von Natur und Umwelt durch russische bzw. sowjetische imperiale Herrschaft. Auch diese war- wie die russische Kriegführung heute - von einer Bereitschaft geprägt, massive Zerstörungen von Landschaften und Ökosystemen in Kauf zu nehmen. Wie sind vor diesem Hintergrund Fälle wie die Sprengung des Kachowka-Staudamms oder das bewusste Spiel mit der nuklearen Sicherheit durch die Angriffe auf Atomanlagen historisch einzuordnen? Wie blickt die internationale Gemeinschaft auf diese Zerstörungen?
Für die Bewältigung der Kriegsschäden an Natur und Umwelt lohnt gleichzeitig ein Blick auf frühere Erfahrungen der Ukraine. Wie sind die Menschen dort in vergangenen Perioden mit ökologischer Verheerung umgegangen? Inwiefern können die Erfahrungen Deutschlands mit der Sanierung ganzer Landschaften in Ostdeutschland nach der Wende für die Ukraine hilfreich sein?
Mit
- Dr. Franziska Davies, Historikerin und DAAD-Alumna
- Nina Direnko, Wissenschaftlerin und Pädagogin im Biosphärenreservat Askania-Nova, Ukraine
- Dr. Michael Zschiesche, Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UfU)
Moderation: Dr. Gesine Dornblüth, Journalistin
Die Veranstaltung wird gemeinschaftlich organisiert vom Ukrainischen Institut in Deutschland, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).
Kontakt: Robert Sperfeld, Referent Ost- und Südosteuropa, Heinrich-Böll-Stiftung
E sperfeld(@)boell.de
- Adresse
-
WissenschaftsForum Berlin, Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin
(am Gendarmenmarkt)
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
- Sprache
- Englisch