Online-Veranstaltung
- Dienstag, 24. November 2026 18.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Nein zum Krieg, nein zur Diktatur
Iran, Irak und Internationalismus von unten
Wie können wir uns imperialistischen Kriegen und ausländischen Interventionen entgegenstellen, ohne dabei autoritäre Regime zu verteidigen? Und wie können wir eine internationalistische Solidarität aufbauen, die in den Kämpfen der Menschen und nicht in den Interessen von Staaten verwurzelt ist?
Während der US-geführten Invasion des Irak im Jahr 2003 hielten Teile der irakischen Linken an der Parole „Nein zum Krieg, nein zur Diktatur“ fest und lehnten damit sowohl die Invasion als auch die Diktatur Saddam Husseins ab. Heute bietet diese Position einen wichtigen Ausgangspunkt, um sich gegen militärische Interventionen der USA und Israels zu stellen und gleichzeitig solidarisch an der Seite derjenigen zu stehen, die in der Region gegen Autoritarismus und Repression kämpfen.
Die politischen Entwicklungen im Iran und im Irak sind eng miteinander verflochten. Der regionale Einfluss Irans, die Rolle bewaffneter Gruppierungen im Irak und die anhaltende militärische und politische Einflussnahme der USA haben die politischen Verhältnisse in beiden Ländern und der gesamten Region geprägt. Diese Verflechtungen werfen grundlegende Fragen nach Souveränität, Autoritarismus und Imperialismus auf.
Um die regionalen Machtverhältnisse zu verstehen, müssen wir jedoch über geopolitische Rivalitäten hinausblicken. Wie entfaltet sich der iranische Einfluss durch bewaffnete Gruppen, wirtschaftliche Netzwerke und ideologische Institutionen? Welche Rolle spielen Milizen und ihre wirtschaftlichen Interessen bei der Aufrechterhaltung politischer Macht? Und inwiefern können Konzepte wie Subimperialismus helfen, die iranischen Interventionen im Irak, in Syrien und im Libanon zu verstehen, ohne die regionale Rolle Irans mit jener globaler imperialistischer Mächte gleichzusetzen?
Die Podiumsdiskussion bringt sozialistische Perspektiven aus dem Irak, dem Iran und der weiteren Region zusammen, um die Verflechtungen von Autoritarismus, Imperialismus und regionalen Machtverhältnissen zu diskutieren. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie eine internationalistische Antikriegspolitik von unten heute aussehen kann – jenseits der Logik konkurrierender geopolitischer Lager.
Referent*innen
Joseph Daher ist Sozialist und Wissenschaftler mit einem Forschungsschwerpunkt auf der politischen Ökonomie Syriens, des Libanon und Palästinas. Er ist Autor von Palestine and Marxism (2024), Syria After the Uprising (2019) und Hezbollah: The Political Economy of Lebanon's Party of God (2016).
Jamal Al-Sayigh ist ein irakischer sozialistischer Aktivist und Autor aus Sadr City in Bagdad. Er engagiert sich in Harakat al-Amal (Arbeiter*innen-Bewegung), einer linken Bewegung, die im Zuge des irakischen Oktoberaufstands 2019 entstanden ist. Seine Arbeit konzentriert sich auf politische Bildungsarbeit und basisorientierte Organisierung.
N. N. ist ein*e iranische*r Aktivist*in des Kollektivs Roja, eines unabhängigen linken und feministischen Kollektivs mit Sitz in Paris. Roja entstand im Kontext des Aufstands Jin, Jiyan, Azadî (Frau, Leben, Freiheit) im Jahr 2022 und vereint Aktivistinnen aus unterschiedlichen Gemeinschaften des Iran. Das Kollektiv verbindet Kämpfe gegen Autoritarismus, Imperialismus und Unterdrückung mit feministischer Politik und internationalistischer Solidarität von unten.
Moderation: Ansar Jasim (Mitglied im Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)
Datum: Dienstag, 24. November 2026
Uhrzeit: 18:30–21:00 Uhr (MEZ)
Ort: Online
Sprachen: Englisch und Arabisch (mit Simultanübersetzung)
Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
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No to War, No to Dictatorship
Iran, Iraq and Internationalism from Below
Online Panel Discussion 24 November 2026 18:30–21:00 CET
How can we oppose imperialist wars and foreign intervention without defending authoritarian regimes? And how can we build internationalist solidarity rooted in people's struggles rather than the interests of states?
During the US-led invasion of Iraq in 2003, parts of the Iraqi left insisted on the slogan “No to war, no to dictatorship”—rejecting both the invasion and Saddam Hussein's authoritarian rule. Today, this position offers an important starting point for opposing US and Israeli military intervention while standing in solidarity with struggles against authoritarianism and repression across the region.
Political developments in Iran and Iraq are deeply intertwined. Iran's regional influence, the role of armed factions in Iraq and continued US military and political involvement have shaped both countries and the wider region. These dynamics raise fundamental questions about sovereignty, authoritarianism and imperialism.
But understanding regional power requires looking beyond geopolitical rivalries. How does Iranian influence operate through armed groups, economic networks and ideological institutions? What role do militias and their economic interests play in sustaining political power? And can concepts such as sub-imperialism help us understand Iran's interventions in Iraq, Syria and Lebanon without equating its regional role with that of global imperial powers?
Bringing together socialist perspectives from Iraq, Iran and the wider region, this panel will explore how authoritarianism, imperialism and regional power intersect—and what an internationalist anti-war politics from below could look like today, beyond the logic of competing geopolitical camps.
Speakers
Joseph Daher is a socialist and researcher focusing on the political economy of Syria, Lebanon and Palestine. He is the author of Palestine and Marxism (2024), Syria After the Uprising (2019) and Hezbollah: The Political Economy of Lebanon's Party of God (2016).
Jamal Al-Sayigh is an Iraqi socialist activist and writer from Baghdad's Sadr City. He is involved in Harakat al-Amal, a left-wing movement that emerged during Iraq's 2019 October uprising, and works on political education and grassroots organizing.
N.N. is an Iranian activist from Roja, an independent leftist and feminist collective based in Paris. Formed in the context of the 2022 Jin, Jiyan, Azadî (Woman, Life, Freedom) uprising, Roja brings together activists from diverse communities across Iran. The collective connects struggles against authoritarianism, imperialism and oppression with feminist politics and internationalist solidarity from below.
Moderation: Ansar Jasim (Member of the Working Group on International Politics and Political Theory at the Heinrich Böll Foundation's Bildungswerk Berlin)
Date: Tuesday, 24 November 2026
Time: 18:30–21:00 CET
Location: Online
Languages: English and Arabic (simultaneous interpretation)
Während der US-geführten Invasion des Irak im Jahr 2003 hielten Teile der irakischen Linken an der Parole „Nein zum Krieg, nein zur Diktatur“ fest und lehnten damit sowohl die Invasion als auch die Diktatur Saddam Husseins ab. Heute bietet diese Position einen wichtigen Ausgangspunkt, um sich gegen militärische Interventionen der USA und Israels zu stellen und gleichzeitig solidarisch an der Seite derjenigen zu stehen, die in der Region gegen Autoritarismus und Repression kämpfen.
Die politischen Entwicklungen im Iran und im Irak sind eng miteinander verflochten. Der regionale Einfluss Irans, die Rolle bewaffneter Gruppierungen im Irak und die anhaltende militärische und politische Einflussnahme der USA haben die politischen Verhältnisse in beiden Ländern und der gesamten Region geprägt. Diese Verflechtungen werfen grundlegende Fragen nach Souveränität, Autoritarismus und Imperialismus auf.
Um die regionalen Machtverhältnisse zu verstehen, müssen wir jedoch über geopolitische Rivalitäten hinausblicken. Wie entfaltet sich der iranische Einfluss durch bewaffnete Gruppen, wirtschaftliche Netzwerke und ideologische Institutionen? Welche Rolle spielen Milizen und ihre wirtschaftlichen Interessen bei der Aufrechterhaltung politischer Macht? Und inwiefern können Konzepte wie Subimperialismus helfen, die iranischen Interventionen im Irak, in Syrien und im Libanon zu verstehen, ohne die regionale Rolle Irans mit jener globaler imperialistischer Mächte gleichzusetzen?
Die Podiumsdiskussion bringt sozialistische Perspektiven aus dem Irak, dem Iran und der weiteren Region zusammen, um die Verflechtungen von Autoritarismus, Imperialismus und regionalen Machtverhältnissen zu diskutieren. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie eine internationalistische Antikriegspolitik von unten heute aussehen kann – jenseits der Logik konkurrierender geopolitischer Lager.
Referent*innen
Joseph Daher ist Sozialist und Wissenschaftler mit einem Forschungsschwerpunkt auf der politischen Ökonomie Syriens, des Libanon und Palästinas. Er ist Autor von Palestine and Marxism (2024), Syria After the Uprising (2019) und Hezbollah: The Political Economy of Lebanon's Party of God (2016).
Jamal Al-Sayigh ist ein irakischer sozialistischer Aktivist und Autor aus Sadr City in Bagdad. Er engagiert sich in Harakat al-Amal (Arbeiter*innen-Bewegung), einer linken Bewegung, die im Zuge des irakischen Oktoberaufstands 2019 entstanden ist. Seine Arbeit konzentriert sich auf politische Bildungsarbeit und basisorientierte Organisierung.
N. N. ist ein*e iranische*r Aktivist*in des Kollektivs Roja, eines unabhängigen linken und feministischen Kollektivs mit Sitz in Paris. Roja entstand im Kontext des Aufstands Jin, Jiyan, Azadî (Frau, Leben, Freiheit) im Jahr 2022 und vereint Aktivistinnen aus unterschiedlichen Gemeinschaften des Iran. Das Kollektiv verbindet Kämpfe gegen Autoritarismus, Imperialismus und Unterdrückung mit feministischer Politik und internationalistischer Solidarität von unten.
Moderation: Ansar Jasim (Mitglied im Arbeitskreis Internationale Politik und Politische Theorie des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)
Datum: Dienstag, 24. November 2026
Uhrzeit: 18:30–21:00 Uhr (MEZ)
Ort: Online
Sprachen: Englisch und Arabisch (mit Simultanübersetzung)
Die Veranstaltung wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
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No to War, No to Dictatorship
Iran, Iraq and Internationalism from Below
Online Panel Discussion 24 November 2026 18:30–21:00 CET
How can we oppose imperialist wars and foreign intervention without defending authoritarian regimes? And how can we build internationalist solidarity rooted in people's struggles rather than the interests of states?
During the US-led invasion of Iraq in 2003, parts of the Iraqi left insisted on the slogan “No to war, no to dictatorship”—rejecting both the invasion and Saddam Hussein's authoritarian rule. Today, this position offers an important starting point for opposing US and Israeli military intervention while standing in solidarity with struggles against authoritarianism and repression across the region.
Political developments in Iran and Iraq are deeply intertwined. Iran's regional influence, the role of armed factions in Iraq and continued US military and political involvement have shaped both countries and the wider region. These dynamics raise fundamental questions about sovereignty, authoritarianism and imperialism.
But understanding regional power requires looking beyond geopolitical rivalries. How does Iranian influence operate through armed groups, economic networks and ideological institutions? What role do militias and their economic interests play in sustaining political power? And can concepts such as sub-imperialism help us understand Iran's interventions in Iraq, Syria and Lebanon without equating its regional role with that of global imperial powers?
Bringing together socialist perspectives from Iraq, Iran and the wider region, this panel will explore how authoritarianism, imperialism and regional power intersect—and what an internationalist anti-war politics from below could look like today, beyond the logic of competing geopolitical camps.
Speakers
Joseph Daher is a socialist and researcher focusing on the political economy of Syria, Lebanon and Palestine. He is the author of Palestine and Marxism (2024), Syria After the Uprising (2019) and Hezbollah: The Political Economy of Lebanon's Party of God (2016).
Jamal Al-Sayigh is an Iraqi socialist activist and writer from Baghdad's Sadr City. He is involved in Harakat al-Amal, a left-wing movement that emerged during Iraq's 2019 October uprising, and works on political education and grassroots organizing.
N.N. is an Iranian activist from Roja, an independent leftist and feminist collective based in Paris. Formed in the context of the 2022 Jin, Jiyan, Azadî (Woman, Life, Freedom) uprising, Roja brings together activists from diverse communities across Iran. The collective connects struggles against authoritarianism, imperialism and oppression with feminist politics and internationalist solidarity from below.
Moderation: Ansar Jasim (Member of the Working Group on International Politics and Political Theory at the Heinrich Böll Foundation's Bildungswerk Berlin)
Date: Tuesday, 24 November 2026
Time: 18:30–21:00 CET
Location: Online
Languages: English and Arabic (simultaneous interpretation)
- Adresse
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▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
- Sprache
- Deutsch