Sonntag, 19. September 2010 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Nirgendwo.Kosovo

Film und Gespräch

In Rahmen der Filmreihe „Nobody's Business? Filme und Gespräche über Migration und Arbeit“ in der Cinémathèque Leipzig präsentiert Weiterdenken den Dokumentarfilm „Nirgendwo.Kosovo“ mit einem anschließenden Gespräch mit der Regisseurin.
 
Der 28jährige Flüchtling Haki wird in den Kosovo abgeschoben, nachdem er 17 Jahre in Deutschland gelebt hat. Er trifft dort auf eine Realität, die jeden Tag für ihn Kampf um seine Existenz bedeutet. Ohne festen Wohnsitz, ohne ausreichend zu Essen und ohne Aussicht auf geregelte Arbeit, muss er dennoch versuchen, irgendwie zu überleben, irgendwie eine Haltung und einen Sinn in seinem trostlosen neuen Leben zu finden. Seine deutsche Frau, mit der er zwei Kinder hat und die selbst kaum für die Familie sorgen kann, schickt ihm etwas Geld, damit er nicht von der Müllhalde leben muss, wie viele andere aus seinem Dorf.
Hinzu kommt, dass Haki der Minderheitengruppe der so genannten `Ägypter` angehört, die wie auch Roma und Ashkali besonders unter Gewalt, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit im Kosovo leiden.
Haki lässt sich jedoch nicht entmutigen. Er geht auf die Menschen zu, auch auf Angehörige anderer Volksgruppen – immer auch auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten.

Mit ihrem Film NIRGENDWO.KOSOVO zeigt die Regisseurin Silvana Santamaria in einer klaren Sprache und beeindruckenden Szenen die unmittelbaren Konsequenzen internationaler Politik auf das Leben des Einzelnen in einem Konflikt, der mitten in Europa stattfindet.

Das Werk wurde mit dem Dokumentarfilmpreis beim Max-Ophüls-Festival 2010 ausgezeichnet.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Regisseurin des Films Silvana Santamaria sowie Frauke Sonnenburg vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt statt.