Podiumsdiskussion Donnerstag, 13. Februar 2020 /
Dresden

Nur ein Wimpernschlag in der Geschichte? - Der 13. Februar in Dresden

Eine gemeinsame Veranstaltung der politischen Stiftungen anlässlich des 75. Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Februar 2020

Urheber/in: unbekannt. Public Domain.
Datum, Uhrzeit
Do., 13. Febr. 2020,
19.00 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
➽ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Am 13. Februar 2020 jährt sich zum 75. Mal die Bombardierung Dresdens am Ende des 2. Weltkriegs. Nie wieder sollen Menschheitsverbrechen wie in der Zeit des Nationalsozialismus von deutschem Boden ausgehen.

Erstmalig werden deshalb alle demokratischen politischen Stiftungen gemeinsam mit der Stadt Dresden darüber diskutieren, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden können. Es werden zudem Fragen aufgeworfen, wie ein zeitgemäßes öffentliches Gedenken aussehen kann oder welche Rolle dabei Gedenkorte spielen.

Podiumsgäste:

  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin und NRW-Antisemitismus-Beauftragte
  • Prof. Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung
  • Prof. Anja Besand, Professur für Didaktik der politischen Bildung, TU Dresden
  • Rafał Dutkiewicz, ehemaliger Stadtpräsident der Partnerstadt Breslau

Es moderiert: Cornelius Pollmer (Journalist)

 

ZEIT: Donnerstag // 13. Februar // 19 Uhr
Ort: Dresden // Albertinum // Tzschirnerplatz 2

 

|| Themen ||

75-Jahre Schwelle

Der 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg ist ein Einschnitt: Der zeitliche Abstand lässt die Ereignisse verblassen, Zeitzeug*innen stehen zukünftig nicht mehr zur Verfügung und Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Fakten und Manipulation verschwimmen. Die Möglichkeiten digitaler Kommunikation verstärken diesen Prozess und rechtsextreme Relativierungen stellen unser Verhältnis zum Nationalsozialismus und zur Shoa in Frage. Wie muss sich die erinnerungspolitische Arbeit unter diesen Bedingungen ändern?

(Gedenk-)Orte

Erinnerungen sind ortsgebunden. Wir erleben Ereignisse an konkreten Orten. Im Rückblick kommt ihnen eine besondere Bedeutung zu. Sie können gegenwärtige Lernorte sein, die Emotionen erzeugen und eine aktive Auseinandersetzung für eine friedvolle Gestaltung der Zukunft ermöglichen. Wie kann diese mit der Vergangenheit vor Ort stattfinden? Kann die Gegenwart solche Orte neu entdecken, gestalten und fruchtbar für die erinnerungspolitische Arbeit machen? Wie öffentlich, wie sichtbar soll Erinnerung geschehen?

Werte

Setzen wir uns mit unserem Selbstbild, unserer Geschichte und Verantwortung auseinander? Statt zu deklamieren ist es notwendig, miteinander zu diskutieren ohne auszuweichen und Widersprüche zuzulassen! Wie tolerant sind wir? Zollen wir einander Respekt oder müssen wir diesen einfordern? Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Wir sind aufgefordert zur lebendigen Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und aktiv Verantwortung zu übernehmen!

Verantwortung

Gegenwärtig finden die letzten Kriegsverbrecherprozesse statt. Die Nachgeborenen tragen keine Schuld an den Verbrechen der Generation des Zweiten Weltkriegs. Aber sie sind in besonderer Weise verantwortlich, dass die Verbrechen nie wieder vorkommen. So bedarf es auch heute des persönlichen Mutes und der Zivilcourage, um gegen Menschenrechtsverletzungen, Rassismus, Ausgrenzungen und physische Gewalt vorzugehen. Jede und jeder einzelne ist aufgefordert, Haltung zu zeigen. Aber wie kann man ermutigen, Verantwortung zu übernehmen? Wo wird in unserer Gesellschaft ein demokratischer Konsens sichtbar? Wie kann die „schweigende Mehrheit“ zu Aktivität und Mitwirkung motiviert werden?

Privates und öffentliches Gedenken

Der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg haben großes Leid verursacht. Aus diesem Grund benötigen wir eine aktive Auseinandersetzung mit diesem Menschheitsverbrechen der Geschichte. Wir müssen historische Zusammenhänge erkennen und gleichzeitig genügend Raum für eigene Fragen und Schlüsse zulassen. Welche Beiträge kann die Zivilgesellschaft, können dazu öffentliche Einrichtungen von Bund, Land und Kommunen leisten? Wie sollte eine zeitgemäße Gedenkkultur aussehen, die sich mit gegenwärtig rassistischer und antisemitischer Gewalt auseinandersetzt, aber gleichzeitig die Bedürfnisse einzelner Opfergruppen beachtet und dabei jede Relativierung der Geschehnisse abwehrt?

 

 

Weitere Veranstaltungen

Am und um den 13. Februar 2020 laden viele Initiativen zu verschiedenen Veranstaltungen ein, um an die Ereignisse von vor 75 Jahren zu erinnern, sich mit ihnen sowie den Folgen auseinanderzusetzen und den Dialog zwischen den Menschen zu fördern. Dazu gehören neben der Menschenkette am 13. Februar zum Beispiel Gedenkveranstaltungen an vielen Orten in der Stadt oder auch Angebote für Schüler*innen. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen finden Sie unter 13februar.dresden.de.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Landeshauptstadt Dresden, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Wilhelm-Külz-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung.