- Dienstag, 29. Juni 2010 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Ordnung auf Deutsch
veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`
Deutsche Polizisten in Afghanistan – ein gescheiterter Herrschaftsversuch?
Auslandseinsätze deutscher Polizisten werden als wichtiges Mittel europäischer Außenpolitik dargestellt. In Afghanistan gehört die Ausbildung der dortigen Polizei zum Projekt eines effektiven Besatzungsmanagements: Sobald die afghanische Regierung genügend „eigene“ Machtmittel hat, können die Besatzer abziehen, so das Kalkül.
Allein, den
Ankündigungen und Vorhaben, wie sie zuletzt bei der Londoner
Afghanistan-Konferenz vorgestellt wurden, folgen nur bescheidene Taten.
Der Aufbau der afghanischen Polizei kommt nicht voran. Statt den
erwünschten „Rechtsstaat“ durchzusetzen, desertieren die ausgebildeten
Polizisten, laufen zu Warlords oder Aufständischen über. Gelieferte
Waffen verschwinden spurlos. Nicht einmal eine Koordination ihrer
Ausbildungsbemühungen kriegen die westlichen Staaten hin.
„Übrig“
bleibt doch wieder nur ein eskalierender Krieg, und entsprechend
verfolgen die internationalen Polizisten einen paramilitärischen
Ansatz. Gibt es Alternativen aus Sicht einer antimilitaristischen
Linken?
Beiträge:
- Martin Hantke: „Polizei und Militär im Ausland“ – zwei Facetten der gleichen Kriegspolitik
- Frank Brendle: Beispiele für Auslandseinsätze der deutschen Polizei in aller Welt
- Frank Tempel, MdB DIE LINKE, Mitglied der Gewerkschaft der Polizei: Praxis, Risiko und Alltag des Polizeieinsatzes in Afghanistan.
Moderation und Filmbeitrag: Gerit Ziegler