Diskussionsabend Dienstag, 25. Februar 2020 /
Berlin

Perspektiven auf die Demokratiebewegung in Hongkong

Von Regenschirmen, Gasmasken und alltäglicher Solidarität

Datum, Uhrzeit
Di., 25. Febr. 2020,
19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung

Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Seit Juni 2019 gehen Menschen in Hongkong auf die Straße: Schüler*innen und Studierende, Taxifahrer*innen, Angestellte von Krankenhäusern und Büros, Flughafenmitarbeiter*innen, Lehrer*innen und Rentner*innen. Ausgelöst durch Demonstrationen gegen ein geplantes Gesetz zur Auslieferung vermeintlich Krimineller an China fordern die Proteste mehr Demokratie und richten sich gegen Polizeigewalt, Repressionen der Hongkonger Regierung und den zunehmenden Einfluss der Volksrepublik China in Hongkong. Nicht zuletzt steht dieser Aufstand für eine Welle von beispiellosen Protesten, die sich im Jahr 2019 global ereignet haben. Wie viele dieser Proteste ist der Hongkonger Aufstand eine Bewegung ohne Führung. Seine Zusammensetzung ist heterogen: Beteiligt sind lokalistische Gruppen, Gruppen, die sich Hilfe von den USA versprechen und anti-migrantische Gruppen. Dem stellen sich Strömungen entgegen, die sich für Gleichheit marginalisierter Gruppen und solidarische Beziehungen mit Migrant*innen einsetzen und sowohl neoliberale als auch autoritäre Formen des Kapitalismus in Frage stellen.

Auf der Veranstaltung werden die Referent*innen ihre Perspektiven auf die Bewegung und die sozialen Konfliktlagen in der Stadt teilen: Ralf Ruckus untersucht und unterstützt soziale Kämpfe in China und Hongkong und publiziert u.a. auf gongchao.org und nqch.org. Die indonesische Hausangestellte Yuli Riswati lebte bis zu ihrer Abschiebung im Zuge der Proteste über zehn Jahre in Hongkong und berichtete für die indonesische Community über den Aufstand. Aus Hongkong wird eine soziale Aktivistin zugeschaltet.
Die Referent*innen werden neuere Entwicklungen der Proteste darlegen und diskutieren, wie sich Protest in einer Stadt organisiert, in dem die meisten Lebensbereiche ökonomisiert sind und der Alltag durchgetaktet ist. Sie berichten über die Veränderung sozialer Beziehungen, Erfahrungen von Migrant*innen sowie selbstorganisierte Unterstützungsnetzwerke.


Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit Flüsterübersetzung ins Deutsche statt.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.