- Mittwoch, 21. Juni 2006 14.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Pflege: Frauen entlasten - Potenziale von Männern stärken
Fachgespräch
Künftig wird es immer mehr Menschen
geben, die auf Hilfe, Unterstützung und
Pflege angewiesen sind.
In Deutschland werden hilfe- und
pflegebedürftige Menschen überwiegend
von weiblichen Angehörigen
betreut. Seit Einführung der
Pflegeversicherung ist zwar der Anteil der
Männer gestiegen, die sich als
Hauptpflegepersonen engagieren. Je mehr
Zeit aber die Pflege benötigt, desto mehr
Frauen sind es, die
diese Arbeit leisten. Etwa die Hälfte dieser
Frauen gibt für die Pflegetätigkeit die
eigene Erwerbsarbeit auf
oder schränkt sie ein.<br>
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Viele Frauen können ihre Arbeit nicht
unterbrechen bzw. reduzieren, weil sie
dann ihren Job verlieren.
Denn immer mehr Familien sind auf das
Einkommen beider Partner angewiesen.
Jüngere Frauen sind
weniger bereit und in der Lage, ihre
beruflichen Ziele zugunsten von
Angehörigenpflege
zurückzuschrauben. In der Folge
entscheiden sich viele Familien, hierfür
Dritte zu beschäftigen. Ein
großer Anteil dieser haushaltsbezogenen
Dienstleistungen wird illegal erbracht.
Frauen, zumeist aus
Osteuropa, werden rund um die Uhr zu oft
katastrophalen Arbeitsbedingungen
beschäftigt. Legale
persönliche und haushaltsnahe
Dienstleistungen werden hingegen als zu
teuer oder als ungeeignet
empfunden und deshalb kaum in Anspruch
genommen.<br>
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Die Suche nach geeigneten Lösungen ist
Ziel unserer Veranstaltung. Wir wollen
wissen, wie andere
Länder pflegende Angehörige wirkungsvoll
entlasten. Ist die Pflegezeit analog zur
Elternzeit ein
geeigneter Schritt und für wen? Wie
können bezahlbare und passgenaue
Dienstleistungen entstehen?
Kann die Förderung des bürgerschaftlichen
Engagements zur Veränderung der
geschlechtsspezifischen
Rollenverteilung beitragen? Wie werden
mehr Männer zur Pflege aktiviert? Wie
lassen sich Erwerbsarbeit
und Pflege besser vereinbaren?<br>
Flyer als PDF