- Donnerstag, 12. November 2009 11.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Polen – Russland – Deutschland: Geschichtspolitik und Gegenwart
Tagung
Den 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen nimmt die Heinrich-Böll-Stiftung zum Anlass, sich in einer vergleichenden Perspektive mit dem Gedenken an den II. Weltkrieg zu befassen und zugleich den aktuellen Stand der deutsch-polnisch-russischen Beziehungen zu reflektieren.
Die aktuelle Debatte um den Hitler-Stalin-Pakt hat erneut bewiesen, wie nachhaltig die Geschichte das Verhältnis von Polen, Russland und Deutschland beeinflusst und wie sehr die Bereitschaft, sich angemessen mit der Geschichte auseinanderzusetzen, die gegenseitigen Wahrnehmungen erleichtern oder erschweren kann.
Die Tagung setzt bei den öffentlichen Erinnerungslandschaften an. Wie wird der Kriegsbeginn, wie werden Besatzungszeit und Kriegsende erinnert? Vergleichend soll dargestellt werden, wie sich nach 1989 neue nationale Narrative in den drei Ländern herausgebildet haben und wie sie politisch instrumentalisiert werden. Es wird zu fragen sein, wie verdrängte bzw. abgespaltene historische Erfahrungen und Erinnerungen Aufmerksamkeit erhielten, welchen Stellenwert öffentliches Erinnern in der Herausbildung nationaler Identitäten nach der Überwindung von Diktaturen hat. Kann die Annäherungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich als Muster für solche Prozesse zwischen Deutschland und Polen angesehen werden? Unterstützen oder erschweren historische Deutungsnarrative die deutsch-polnischen bzw. den deutsch-russischen Beziehungen? Wie wirken sie sich auf die aktuelle europäische Politik aus?
Mit:
Gesine Schwan (HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance)
Stefan Troebst (Universität Leipzig)
Nikita Petrov (Memorial Moskau)
Tatjana Timofeeva (Lomonossow Universität, Moskau)
Krzysztof Ruchniewicz (Willy Brandt Zentrum, Wroclaw)
Wolfram von Scheliha (Universität Leipzig)
u.a.
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin