- Mittwoch, 28. September 2011 – Samstag, 08. Oktober 2011 In meinem Kalender speichern
Politische Begegnungsreise
Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien
Die politische Begegnungsreise der Heinrich-Böll-Stiftung führt 2011 nach Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien. Bei der Reise werden wir die Arbeit des BuH-Büros in Sarajevo, des Regionalbüros Südosteuropa in Belgrad und des Kroatien-Büros in Zagreb kennen lernen, Gespräche mit bosnischen, serbischen und kroatischen Politiker/inne/n und Projektpartner/inne/n der Stiftung führen und diese drei Länder des früheren Jugoslawien mit ihren politischen, kulturellen und geographischen Kontrasten entdecken.
Seit 1991 mit dem Konflikt in Slowenien die Kette von vier blutigen Kriegen mitten in Europa begann, ist die Region lange Schauplatz von Gewalt, Zerstörung, Vertreibung und menschlichem Leid gewesen. Die Ursachen der Konflikte reichen weit zurück in die jugoslawische Geschichte. Dazu gehören latente Rivalitäten zwischen den Ethnien ebenso wie die labile wirtschaftliche Situation des Gesamtstaats, der sich nicht in der Lage sah, den föderalen Ausgleich zwischen den Teilrepubliken zu deren Zufriedenheit zu lösen. Dem Streben nach staatlicher Souveränität der Teilrepubliken im Zusammenhang mit den Umbrüchen Anfang der 90er Jahre wusste die jugoslawische Volksarmee nur militärisch zu begegnen – mit den bekannten Folgen von Zerfall und Gewalt. Dabei hat sich der Bosnienkrieg wegen der ihn begleitenden Massaker an der Zivilbevölkerung und der ethnischen Säuberungen besonders schmerzhaft ins Gedächtnis eingebrannt. Auch für die Bündnisgrünen in Deutschland bedeutete der Bosnienkrieg einen schweren Konflikt zwischen der Politik der Gewaltfreiheit und dem Schutz der Menschenrechte.
Bis heute kämpft die Region mit den Folgen dieser blutigen Konflikte und deren Aufarbeitung. Bis vor kurzem stand die ausstehende Verhaftung des „Schlächters von Srebrenica“, Ratko Mladic, den EU-Beitrittsbestrebungen Serbiens massiv im Wege. Dessen Auslieferung nach Den Haag kann ein wichtiger Schritt für die Aussöhnung Serbiens mit seinen Nachbarn sein. Serbien hat sich erst im vergangenen Jahr zu einer offiziellen Entschuldigung des Parlaments für die Ermordung von 8000 Muslimen in Srebrenica durchringen können, der Begriff Genozid fehlte jedoch.
Die Gesellschaften in den drei Staaten sind noch immer zerrissen und durch Vorurteile gegen Minderheiten geprägt. Der postkommunistische Transformationsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen, Demokratieförderung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure sind weiterhin große Aufgaben.
Diesen Herausforderungen werden wir auf der Reise bei Projektbesuchen und in Gesprächen mit bosnischen, serbischen und kroatischen Menschenrechts- und Friedensaktivist/inn/en nachgehen.
Weitere Themenfelder sind die Situation von Minderheiten, Frauenrechte, Demokratisierungsprogramme und Umweltpolitik.
Neben Sarajevo, Belgrad und Zagreb selbst werden wir Station machen in Srebrenica, Novi Sad und Vukovar.
Sie sind herzlich eingeladen!
Seit 1991 mit dem Konflikt in Slowenien die Kette von vier blutigen Kriegen mitten in Europa begann, ist die Region lange Schauplatz von Gewalt, Zerstörung, Vertreibung und menschlichem Leid gewesen. Die Ursachen der Konflikte reichen weit zurück in die jugoslawische Geschichte. Dazu gehören latente Rivalitäten zwischen den Ethnien ebenso wie die labile wirtschaftliche Situation des Gesamtstaats, der sich nicht in der Lage sah, den föderalen Ausgleich zwischen den Teilrepubliken zu deren Zufriedenheit zu lösen. Dem Streben nach staatlicher Souveränität der Teilrepubliken im Zusammenhang mit den Umbrüchen Anfang der 90er Jahre wusste die jugoslawische Volksarmee nur militärisch zu begegnen – mit den bekannten Folgen von Zerfall und Gewalt. Dabei hat sich der Bosnienkrieg wegen der ihn begleitenden Massaker an der Zivilbevölkerung und der ethnischen Säuberungen besonders schmerzhaft ins Gedächtnis eingebrannt. Auch für die Bündnisgrünen in Deutschland bedeutete der Bosnienkrieg einen schweren Konflikt zwischen der Politik der Gewaltfreiheit und dem Schutz der Menschenrechte.
Bis heute kämpft die Region mit den Folgen dieser blutigen Konflikte und deren Aufarbeitung. Bis vor kurzem stand die ausstehende Verhaftung des „Schlächters von Srebrenica“, Ratko Mladic, den EU-Beitrittsbestrebungen Serbiens massiv im Wege. Dessen Auslieferung nach Den Haag kann ein wichtiger Schritt für die Aussöhnung Serbiens mit seinen Nachbarn sein. Serbien hat sich erst im vergangenen Jahr zu einer offiziellen Entschuldigung des Parlaments für die Ermordung von 8000 Muslimen in Srebrenica durchringen können, der Begriff Genozid fehlte jedoch.
Die Gesellschaften in den drei Staaten sind noch immer zerrissen und durch Vorurteile gegen Minderheiten geprägt. Der postkommunistische Transformationsprozess ist noch lange nicht abgeschlossen, Demokratieförderung und Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure sind weiterhin große Aufgaben.
Diesen Herausforderungen werden wir auf der Reise bei Projektbesuchen und in Gesprächen mit bosnischen, serbischen und kroatischen Menschenrechts- und Friedensaktivist/inn/en nachgehen.
Weitere Themenfelder sind die Situation von Minderheiten, Frauenrechte, Demokratisierungsprogramme und Umweltpolitik.
Neben Sarajevo, Belgrad und Zagreb selbst werden wir Station machen in Srebrenica, Novi Sad und Vukovar.
Sie sind herzlich eingeladen!
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin