- Freitag, 09. Oktober 2020 16.00 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Politische Strategien gegen Gewalt in der Geburtshilfe
Digitaler Green Ladies Lunch
Das Recht auf körperliche und reproduktive Selbstbestimmung gilt auch im Kreißsaal. Dennoch mehren sich Berichte von Gebärenden, die vor, während und nach der Geburt Gewalt und Respektlosigkeit erfahren haben. Hierzu gehören Erniedrigungen, Verweigerung von schmerzlindernden Medikamenten, diskriminierende Aussagen, Vernachlässigung und die Ergreifung geburtshilflicher Maßnahmen wie Dammschnitten und die Verabreichung geburtseinleitender Medikamente ohne das Einverständnis der Gebärenden. Geburtshilfliche Fachverbände und Selbstorganisationen Betroffener prangern deshalb seit einiger Zeit die physische, psychische und strukturelle Gewalt an, die Gebärenden widerfährt, und fordern eine menschenrechtsbasierte und gebärendenzentrierte Geburtshilfe.
Hebammen, Ärzt*innen und Pflegekräfte berichten ebenfalls über Missstände in der Geburtshilfe und fordern die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Zeitdruck und Überbelastung, gepaart mit Paternalismus führen leicht zu Grenzüberschreitungen und somit zu teils traumatischen Erfahrungen.
Zwar fehlen noch wichtige Zahlen und evidenzbasierte Gesundheitsinformationen zur Realität von Gewalt in der Geburtshilfe. Die Richtlinien zu Geburtshilfe und Gebärendenversorgung, die z.B. durch die WHO[1] oder die „Nationalen Gesundheitsziele“[2] festgeschrieben wurden, sollten dennoch ausreichen, um politisches Handeln zu beschleunigen.
Wie lässt sich also das Recht auf eine selbstbestimmte Geburt konkret durchsetzen? Welche politischen Maßnahmen können ergriffen werden, um den Zugang zu einer würdevollen und sicheren Geburt für alle zu verbessern? Welche Rolle spielen hierbei soziale Herkunft, Rassismus und queerfeindliche Einstellungen? Was können feministische Forderungen für eine progressive Geburtshilfe sein, die die Bedürfnisse von Gebärenden und Geburtshelfer*innen gleichermaßen betrachtet?
Mit Inputs von
- Katharina Desery, Vorstandsmitglied bei Mother Hood e.V.
- Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB, Sprecherin für Gesundheitsförderung, Bündnis90/Die Grünen
Moderation: Derya Binışık und Dr. Ines Kappert, GWI
Programm
16.00 - 16.15 Uhr: Begrüßung
16.00 - 16.25 Uhr: Input Katharina Desery
16.25 - 16.45 Uhr: Input Dr. Kirsten Kappert-Gonther
17.00 - 17.15 Uhr: Breakout-Sessions - Diskussion in Kleingruppen
17.15 - 17.40 Uhr: Ergebnissicherung + Diskussion
17.40 - 17.50 Uhr: Abschluss
17.50 - 18.30 Uhr: Informeller Ausklang
Die Veranstaltung findet per Zoom statt und folgt der Chatham House Rule, d.h. Inhalte können an Dritte kommuniziert werden, aber es werden keine Zitate und Namen an Nicht-Beteiligte weitergegeben.
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[1] https://extranet.who.int/rhl/topics/preconception-pregnancy-childbirth-and-postpartum-care/care-during-childbirth/who-recommendation-respectful-maternity-care-during-labour-and-childbirth
[2] https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen/nationales-gesundheitsziel-gesundheit-rund-um-die-geburt-727604
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- Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie
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