- Freitag, 05. Dezember 2008 18.00 – 00.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Preisverleihung: Hannah-Arendt-Preis
Der mit 7.500 Euro dotierte Preis, der von der Stadt Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung gestiftet worden ist, wird von Bremens Bürgermeisterin Karoline Linnert und Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung an den russischen Soziologen Victor Zaslavsky überreicht.
Victor Zaslavsky wird für sein Werk „Klassensäuberung – Das Massaker von Katyn“ ausgezeichnet, das 2007 in deutscher Erstausgabe erschien. Dieses hat die Jury überzeugt: Sie wählte den russischen Soziologen und Schriftsteller Victor Zaslavsky zum Hannah-Arendt-Preisträger für politisches Denken 2008.
„Zaslavskys schockierende Analyse des Massenmordes der sowjetischen Partei- und Staatsführung an tausenden polnischen Offizieren und Zivilisten im Jahre 1940 ist ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der europäischen Geschichte. Zaslavsky richtet den Blick auf eines der größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Zweiten Weltkrieges und dessen jahrzehntelange Verschleierung durch die sowjetische Staatsführung. Die Jury würdigte insbesondere den Mut Zaslavskys, gegen das Schweigen anzugehen“, begründet Professorin Dr. Antonia Grunenberg, Vorstand des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken e.V., die Entscheidung der Jury.
Die Festveranstaltung mit Sektempfang findet im Bremer Rathaus statt. Victor Zaslavsky hält im Anschluss an die Preisverleihung seinen Festvortrag auf Englisch; eine deutsche Übersetzung liegt aus. Die Laudatio spricht der deutsch-französische Politologe und Publizist Prof. Dr. Alfred Grosser. Für den Hannah Arendt Preis für politisches Denken e.V. ist Prof. Antonia Grunenberg anwesend.
Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken wurde 1994 ins Leben gerufen. Wie kaum sonst jemand, hat Hannah Arendt sich den Herausforderungen ihrer Zeit und den Schattenseiten der politischen Moderne gestellt. Der Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken ist kein akademischer, sondern ein öffentlicher Preis. Es werden Personen geehrt, deren Wirken und Werke in der Tradition Hannah Arendts zu öffentlichem politischen Denken und Handeln beitragen. Er richtet sich an Personen, die das `Wagnis Öffentlichkeit` angenommen haben und das Neuartige in einer scheinbar sich linear fortschreibenden Welt erkennen und mitteilen.
Näheres zum Hannah-Arendt-Preis
Gespräch mit dem Preisträger am 8. Dezember in Berlin
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin