Vortrag Donnerstag, 12. September 2019

Prekäres Berlin - Zur Geschichte von Armut und Solidarität

Stadtführung für Jung und Alt

Datum, Uhrzeit
Do., 12. Sep 2019,
17.00 – 19.15 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Berlin erlebt aktuell trotz guter wirtschaftlicher Prognosen eine schwierige Zeit der sozialen Spaltung: Ob durch Gentifikation, sprich wirtschaftliche Verdrängung von Mieter*innen und sozialen Einrichtungen aus ihrer gewohnten Wohnung, ihrem Standort und Kiez oder durch die wachsende Anzahl der "Working Poor", der schwer arbeitenden Menschen, deren Lohn zu gering ist, um die steigenden Lebenshaltungskosten und Mieten zu finanzieren. Auch die im Stadtraum sichtbar wachsende Zahl an obdachlosen Männer, Frauen und Kindern, die ganz aus dem sozialen und wirtschaftlichen System fallen und ohne Unterstützung auf der Straße leben setzten Zeichen. Daneben entwickeln sich moderne Konsumtempel und schicke Eigentumswohnungen.

Wir wollen uns den Themen des prekären Daseins nähern und laden zum Stadtspaziergang mit Blick in Berlins Vergangenheit ein, in der es verblüffende Ähnlichkeiten zur Gegenwart gibt.

Wie funktionierte ein Mietstreik? Wo lag die Schrippenkirche? Was ist ein Lausoleum? Und gab es in der Wiesenburg wirklich nur arme Ritter?

Auf Stadttour mit Stefan Zollhauser erkunden wir die Geschichte der Armut in Berlin Wedding, begleiten stellungslose Dienstmädchen und bettelnde Kriegsinvaliden, erforschen die stetig wiederkehrende Wohnungsfrage und besuchen ein ehemaliges Obdachlosenasyl. Dabei lernen wir auch verschiedene Protestformen und Eigeninitiativen kennen.

Mit:
Stefan Zollhauser,
Historiker und Ausstellungsmacher, neben seiner Arbeit im Museum Schöneberg und am Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße wühlt er gerne in Archiven und interessiert sich für den Alltag gewöhnlicher Leute und manche Abgründigkeiten. Arbeitet am liebsten im Freien und mag keine Monologe.

Der Rundgang startet an der Ecke Bernauer Straße/Ackerstraße* und endet nach ca. 2 Stunden an der Wiesenstraße.

*Zwischen U8 Bernauer Straße und U6 Naturkundemuseum, S-Bhf. Nordbahnhof Gedenkstätte Berliner Mauer, Tram M10, an der Kösliner Straße 11

Bei Wünschen zur barrierefreien Teilnahme wenden Sie sich bitte an Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

Die Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin unterstützt.